Vorwurf: Lady Di gab Königshaus-Kontakte weiter

Es ist eine viel gestellte Frage: War Prinzessin Diana vor allem ein Opfer der Presse oder machte sie sich diese auch geschickt zunutze? Ein ehemaliger Journalist behauptet nun vor Gericht Letzteres.

Lady Diana mit ihrer Familie Prinz Charles und den Kindern William und Harry. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hat sie oder hat sie nicht? Lady Diana soll 1992 ein privates Adressbuch ins Büro von «News of the World» geschickt haben. Reuters

Prinzessin Diana soll während des Rosenkrieges mit dem britischen Thronfolger Prinz Charles angeblich Telefonnummern von Königshaus-Mitgliedern an einen Klatschreporter weitergegeben haben. Das sagte Clive Goodman vor einem Londoner Gericht.

Goodman war einst Königshaus-Reporter des mittlerweile eingestellten Blattes «News of the World (NOTW)». Er ist im Prozess um abgehörte Telefone und illegale Recherchemethoden bei «NOTW» angeklagt.

«  Diana machte eine sehr schwere Zeit durch »

Clive Goodman
früherer Journalist

Dem Gericht sagte Goodman, Diana habe nach einem «Verbündeten» in der Presse gesucht, um sich gegen Charles durchzusetzen. Er habe einen Umschlag in die Redaktion geliefert bekommen und nichts dafür bezahlt. «Diana machte eine sehr schwere Zeit durch», erklärte Goodman weiter. «Sie sagte, sie habe das Gefühl, dass sie von Leuten aus seinem Haushalt niedergedrückt werde.»

Goodman war bereits 2007 zu vier Monaten Haft verurteilt worden, weil er Telefone von Mitarbeitern des britischen Königshauses angezapft hatte.