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Polo Hofer über seinen Song und den Journalismus
Aus Glanz & Gloria-Clip vom 16.04.2015.
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Schweiz Polo Hofer kritisiert Medien: «Ich war selbst mal Journalist»

«Schurni-Blues» heisst der Song, den Polo Hofer am Mittwoch im Rahmen des Swiss Press Award zum Besten gegeben hat. Thema: Die Krise des Journalismus. Ihn selbst verbindet eine Hassliebe mit der Branche.

«Ich kann sehr wohl unterscheiden, ob jemand formulieren kann oder nicht», so der Musiker gegenüber «Glanz & Gloria». Heute werde häufig nachlässig gearbeitet. «Das Niveau hat nachgelassen. Es wird nicht mehr so gut recherchiert wie früher.» Er selbst habe sogar schon gegen einen Schweizer Verlag geklagt. «Wenn ich ein Interview gebe, möchte ich, dass meine Aussagen unverändert wiedergegeben werden.»

Zehn Jahre Kulturredaktor

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«Schurni-Blues» von Polo Hofer
Aus Glanz & Gloria-Clip vom 16.04.2015.
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Polo Hofer weiss, wovon er spricht. «Ich bin auch mal Journalist gewesen», so der 70-Jährige. Zehn Jahre lang habe er als Kulturredaktor bei der Berner Zeitung gearbeitet. Sein Steckenpferd: Geschichten rund um das Montreux Jazz Festival. «Aber ich habe auch über eine Kaninchenausstellung im Emmental geschrieben», erinnert er sich lachend zurück.

Düstere Zukunft für Tageszeitungen

Und er kann sich durchaus vorstellen, wieder als Journalist zu arbeiten. Wenn auch nicht unbedingt für eine Tageszeitung. Denn die hat seiner Überzeugung nach keine Zukunft. «In spätestens 15 Jahren gibt es keine Tageszeitungen mehr.»

Polo Hofers «Schurni-Blues»

E Schurni vo dr alte Schuel, dä het gäng ds Neuschte gwüsst
Wenn är im News-Room het e Bildschirm gseh, het ne grad d Muse küsst
Aber sy Chef het gseit: «Du muesch mit em Mainstream gah.
Üsi Branche het e Krise, es isch es mega Dilemma.»

Wie söll das alls rentiere, das isch doch ds Problem
Was mache mir mit dr Wärbig? Was mit em Zahligssystem?
Es git Frage über Frage, wär i däm Business gwinnt
Isch es Facebook, isch es Google, isch es Online oder Print?

Es het de es Medie-Gwitter gäh i dr Zytigsredaktion
E Shitstorm uf Twitter, e Silikon-Situation
Üse Schurni seit: «Dä Hype, dä Skype, dä Häcker-Seich, das bruchen i nie meh!»
Isch use i ds wältwyte Netz verreist, u me het ne nie meh gseh.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von CHRISTIAN ALEXANDER STAUB , CH-3613 STEFFISBURG
    Mit seinen Statements zu CH-Presse und CH-Medien hat Polo-National die richtigen Nägel eingeschlagen, und dabei jeden richtig auf den Kopf getroffen. Es ist erschütternd, wie die Print-Medien in einem Presse-Einheits-Brei, abgeschmeckt mit der Sauce aus gleichen Agentur-Meldungen, in den letzten Jahr-Zehnten als "Vierte Macht" im CH-Staat, zu reinen Internet News-Prostituierten+Werbe-Kleckser für die Macht-Lobbisten und Wirtschafts-Geier, in vier beherrschende Syndikate/Kartelle degenerierte.
  • Kommentar von Susanne Lüscher , Gossau
    Es werde nicht mehr so gut recherchiert wie früher ist milde ausgedrückt. Agenturmeldungen werden ungeprüft publiziert in allen MSM. Wenn Berichte hinterfragt oder kritisiert werden, ist man schnell mit den Begriffen Troll oder Verschwörungstheoretiker zur Stelle. Es geht sogar soweit, dass man den Lesern klar zu machen versucht, nur was die MSM schreiben stimmt und nicht was im Internet zu finden ist.
    1. Antwort von S.M. Hatten , Zürich
      Naja, die Qualität hat sicher gelitten, aber vor allem weil die meisten Schweizer Medien immer mehr ins Seichte abdriften und jeden "Shitstorm" aufblasen. Im Grossen und Ganzen sind die etablierten Medien immer noch vertrauenswürdiger als irgendwelche Internetseiten. Im Internet findet sich viel Gutes, aber dafür noch mehr Müll. Und ja, auch viele Verschwörungstheorien.