Wir Pendler Leben und Arbeiten an einem Ort

Schuhdesignerin Stefi Talman hat keine guten Erinnerungen an ihre Zeit als Pendlerin. Darum hat sie ein anderes Lebensmodell für sich gewählt: Sie lebt, arbeitet und wohnt ganz nah beieinander in der Zürcher Altstadt.

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«Früh aufstehen ist schlimm, wenn man jung ist»

0:51 min, vom 5.5.2017
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Zur Person

Zur Person

Stefi Talman ist gelernte Schuhmacherin und eine der renommiertesten Schuh- und Taschendesignerinnen der Schweiz. Seit vielen Jahren wohnt und arbeitet sie mitten in der Altstadt Zürichs und erreicht ihr Büro, ihr Atelier und ihre Wohnung in wenigen Gehminuten zu Fuss.

SRF Heimatland: Stefi Talman, welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Zeit als Pendlerin?

Stefi Talman: Ich pendelte am Ende meiner Schulzeit von Benken im Kanton Zürich in die Kunstgewerbeschule der Stadt Zürich. Nach der Kunstgewerbeschule habe ich eine Schuhmacherlehre gemacht, allerdings in Winterthur, also pendelte ich von Zürich nach Winterthur.

Am Morgen aufstehen ist ganz schlimm, wenn man jung ist. Und dann ist man mit lauter müden, bleichen Menschen zusammen, vor allem im Winter, wenn es dunkel ist. Das ist keine schöne Erinnerung.

Heute leben Sie ganz anders, mitten im Niederdorf in Zürich. Wie ist das Leben als Nichtpendlerin?

Ich kann alles zu Fuss erreichen, alle Einkäufe zu Fuss machen. Ich brauche etwa sieben Minuten von meiner Wohnung in den Laden, ins Büro sind es etwa gleichviel Minuten. Und das ist für mich eine wunderbare Situation. Es ist im Niederdorf ein wenig dörflich, aber eben doch auch urban. Man fühlt sich in der Stadt nicht beobachtet wie in einem Dorf. Das ist sehr schön.

Vorteile einer Nicht-Pendlerin

0:53 min, vom 5.5.2017

Gewonnene Lebenszeit durchs Nichtpendeln, wie verwenden Sie diese?

Es ist natürlich manchmal auch hektisch. Aber meistens kann ich es geniessen, dass ich mich nicht so beeilen muss. Ich treffe jemanden, kann ein Schwätzchen halten.

Menschen sind immer länger unterwegs, tragen viel mit sich herum, Laptop, Proviant etc. Findet dieser Lebensstil auch Eingang in die Mode?

Ich denke beim Entwerfen natürlich immer an die Funktionalität. Ein Schuh muss dem Fuss dienen, eine Tasche muss ein Behältnis sein für die Sachen, die man mitführt. Funktionalität ist immer ein grosses Thema.

Sendung zu diesem Artikel

  • SRF 1 01.06.2017 21:05

    SRF HE!MATLAND
    «Wir Pendler» (4/4)

    01.06.2017 21:05

    Die Urnerin Andrea Gisler pendelt von der Alp Gitschenen nach Altdorf. Mit der Seilbahn und im Postauto ist sie von Tür zu Tür eine Stunde unterwegs oder anders gesagt: Zweimal 1000 Höhenmeter ins Tal und wieder auf die Alp. Trotzdem: Andrea Gisler möchte an keinem anderen Ort auf der Welt wohnen.