«Koffer erzählen Geschichten»

Axel Plambeck besitzt gut 350 edle Koffer aus längst vergangenen Zeiten. Seit zwei Jahrzehnten sammelt er sie.

Reisen, aber bitte mit Stil! Koffer-Liebhaber Axel Plambeck in seiner Sammlung.
Bildlegende: Reisen, aber bitte mit Stil! Koffer-Liebhaber Axel Plambeck in seiner Sammlung. SRF

Axel Plambecks stilvolle Sammlung an alten Gepäckstücken ist vielfältig. Nebst Schrank-, Hut- und Picknick-Koffer, finden sich auch sperrige Übersee-Truhen mit schweren Beschlägen, kleine Leder- und Kosmetik-Koffer. 

Die originalen Sammelstücke stammen alle aus einer Epoche, als das Reisen noch viel Zeit und Aufwand aber auch Abenteuer bedeutete.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts reiste die bürgerliche Gesellschaft mit der Postkutsche nach Italien oder man besuchte Frankreich und England. Die mitgeführten Kleider und alles was es sonst noch brauchte, wie beispielsweise ein Tischgedeck, um sich unterwegs standesgemäss zu ernähren, wurde in robusten Truhen mit gewölbtem Deckel und Kutscherkoffern verstaut. Diese wurden hinten auf die Kutsche geladen oder auf dem Dach oder vorne auf dem Kutscherbock befestigt.

Als dann streckenweise die Eisenbahn die Postkutsche ablöste, wurden die Truhen eckiger, damit man sie im Gepäckwagen aufeinander stappeln konnte. Mit der Zeit kamen die ersten ledernen Handkoffer auf, ähnlich wie das englische Suitcase, bestanden diese aus zwei flachen Schalen, die mit Schnallen, Lederriemen zusammengehalten und mit Schlössern verschlossen wurden.

In der Belle Epoque, Ende des 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts kamen erste Schrankkoffer mit einem ausgeklügelten Innenleben auf. Sie hatten zum Beispiel Schubladen und Fächer für Schuhe, ein herunterklappbarer Innendeckel, welcher auf Reisen auch als Tisch genutzt werden konnte.

Es gab Reise-Büroschrankkoffer mit eingebautem Sekretär, worin alles Platz hatte: Bücher, Papier, Tinte. Die ersten Schrankkoffer stammten aus der legendären Werkstatt des französischen Sattlers Luis Vuitton. Sie waren aus Leder oder besonders verarbeitetem Segeltuch gefertigt und die Innenwände und Schubladen wurden mit Seidendamast oder Leinen bespannt.

Gepäckstücke die in der Grösse, im Gewicht und im Innenraum kaum mit dem heutigen, ultraleichten Reisegepäck zu vergleichen sind.

Autor/in: Simone Meier Teuteberg, Moderation: Marietta Tomaschett