Die Schweizer sind DAB-Millionäre

Seit kurzem gibt es in der Schweiz eine Million DAB-Radiogeräte. Die meisten stehen in Badezimmern, Küchen, Schrebergärten und Ställen. Dort - als klassisches «Küchenradio», ist DAB ein Erfolg. Unterwegs weniger.

Im Bad, in der Küche – oder auf der Alp: DAB ist als Ersatz des klassischen «Küchenradios» ein grosser Erfolg.
Bildlegende: Im Bad, in der Küche – oder auf der Alp: DAB ist als Ersatz des klassischen «Küchenradios» ein grosser Erfolg. SRF

Zu Hause hat sich DAB durchgesetzt, im Auto nicht. Spannend, da DAB in den 80er-Jahren vom deutschen Fraunhofer Institut als Technologie entwickelt wurde, im Auto astreinen Radioempfang zu haben und dies im ganzen Land - ohne den Sender immer wieder nachjustieren zu müssen.

Auch in der Schweiz wurden deshalb Ende der 90er Jahre entlang der Autobahn A1 Sender aufgestellt - für die Autofahrer. In den Jahren darauf verkauften die Hersteller aber nur gerade etwa 15'000 Geräte.

2006 kam die Kehrtwende mit dem Entscheid, die DAB-Sender in ihrer Leistung so auszulegen, dass sie auch den digitalen Radioempfang innerhalb von Gebäuden garantieren konnten. DAB mutierte von der reinen Technologie fürs Auto zur fortgeschrittenen Küchenradio-Technologie. Und ist dort nun seit kurzem auf über einer Million Geräte im Einsatz. In jedem dritten Haushalt der Schweiz steht ein DAB-Radio, in fast jedem Dritten davon sogar mindestens zwei Geräte oder mehr.

In nur 6 Jahren von fast Null auf eine Million: Die Einführung von DAB ist damit wesentlich erfolgreicher als die Einführung von UKW. 1956 nahm der erste Sender den Betrieb auf - erst 20 Jahre später und mit Einsatz der UK Fee (Birgitt Steinegger als Promoterin) und Polo Hofers UK Fee-Song war UKW in der Bevölkerung akzeptiert. Eine lange Zeit, wenn man bedenkt, dass UKW von der Hörqualität im Vergleich zur Mittelwelle her ein Quantensprung war, ein wesentlich grösserer als der Qualitätsunterschied zwischen DAB und UKW.

Redaktion: Reto Widmer