Feuerwerk fotografieren wie ein Profi

Wenn am 1. August die grossen Feuerwerke abgehen gibt es zwei Möglichkeiten: Einfach zuschauen - oder fotografieren. Für letzteres hier unsere Tipps, wie es auch Ihnen gelingt, die visuellen Ergüsse perfekt festzuhalten.

Die Umgebung beim Fotografieren miteinbeziehen: Aufnahmen eines Feuerwerks am See geben durch die Spiegelung sehr stimmige Bilder.
Bildlegende: Die Umgebung beim Fotografieren miteinbeziehen: Aufnahmen eines Feuerwerks am See geben durch die Spiegelung sehr stimmige Bilder. colourbox

Eines vorneweg: Feuerwerk fotografieren mit dem Handy bringt's nicht, denn Handys stellen die Belichtung und die Verschlusszeit automatisch ein, was gelungene Feuerwerk-Fotos zum reinen Lotterie-Spiel macht. Handys sind mit den wechselnden Lichtverhältnissen bei Feuerwerken überfordert.

Dennoch kann die Handy-Kamera beim grossen Geknalle ihre Dienste tun. Also Videokamera. Wer ein Feuerwerk filmen will, erhält mit einem Handy durchaus brauchbare Resultate. Aber nur, wenn er nicht aus der Hand filmt, sondern das Gerät auf eine feste Unterlage stellt. Zum Beispiel kann das Handy einfach an eine Bierflasche anzulehnen und das ganze Feuerwerk filmen zu lassen. Verwackelungsfrei.

Die Welt ist dein Stativ

Wer Fotos von einem Feuerwerk machen möchte benötigt eine Kamera, bei der er die Belichtung und die Verschlusszeit manuell einstellen kann. Um auf der sicheren Seite zu sein, raten die Profis zu einer kleine Blende, einer Belichtungszeit von 1 bis 2 Sekunden und tiefe ISO-Werte. Damit sind die Chancen für gute Resultate am besten. Damit das Foto nicht verwackelt braucht es ein Stativ - oder eine andere stabile Unterlage.

Gute Feuerwerk-Fotos sind immer auch Zufall, denn wie hell und intensiv eine Figur im Himmel daherkommt, kann der Fotograf nie vorher wissen. Es ist daher ratsam, während der ersten Minuten des Feuerwerks intensiv Probeaufnahmen zu machen, um die optimalen Einstellungen der Blende und des Verschlusses zu finden und so beim Bouqet bereit zu sein.

Auch kurze Verschlusszeiten können durchaus spannende Resultate hervorbringen: «Eine kurze Belichtungszeit ist cool, weil man dann die einzelnen Formationen einfrieren kann und so je nach dem Sachen sieht, die man von blassem Auge nicht sieht» sagt Severin Novacki. Bei längeren Verschlusszeiten hingegen beginnt das Feuerwerk zu «zerfliessen». Beides hat seinen Reiz.

An die Umgebung denken

Weitere Tipps des Profis: Experimentieren beim Ausschnitt. Nur immer die komplette Ansicht der Feuerwerksfiguren zu zeigen ist langweilig. Wer Objektive mit einer langen Brennweite (Tele) besitzt, sollte ausprobieren, in eine Figur hineinzufotografieren, einen Ausschnitt zu knipsen. Und: Auch wenn das Feuerwerk noch so toll ist sollte der Fotograf die Umgebung nicht vergessen - und je nach dem miteinbeziehen in ein Foto. Aufnahmen eines Feuerwerks über einem See ergeben durch die Spiegelung der Figuren im Wasser sehr stimmige Bilder - das Feuerwerk wird verdoppelt.

Dieses Jahr bietet es sich besonders an, nicht nur das Feuerwerk sondern auch die Umgebung in die Fotos miteinzubeziehen: Am 1. August ist Vollmond. Die Umgebung ist also heller als sonst. Das grösste, was ambitionierte Fotografen dieses Jahr anstreben können sind Bilder, die das Feuerwerk zusammen mit dem Vollmond zeigen.

Redaktion: Reto Widmer