Georg Kreisler «Hüte dich vor Kompromissen!»

Seine Platten tragen Titel wie «Lieder zum Fürchten» (1963), «Hurra, wir sterben» (1971) oder «Mit dem Rücken gegen die Wand» (1979): Georg Kreislers Humor ist so schwarz wie seine markante Brille. Aber nicht immer wurde er dafür geliebt

In Amerika, wohin die Familie des jüdischen Rechtsanwalts Siegfried Kreisler 1938 emigrierte, galten Lieder wie «Please shoot your husband» als unamerikanisch. Und auch das offizielle Österreich empfing Georg Kreisler nicht mit offenen Armen, als er 1955 nach Wien zurückkehrte und später sang: «Wie schön wäre Wien ohne Wiener».

Aber auch ohne staatliche Weihen ist Georg Kreisler zum Klassiker des Klavierkabaretts geworden, und er ist es noch, obwohl der bald 88-Jährige keine Konzerte mehr gibt. Seine künstlerische Energie fliesst seit 2001 ins Schreiben von Kurzgeschichten, Romanen und Essays.

Für seinen ersten Lyrikband «Zufällig in San Francisco» ist Georg Kreisler im Juni mit dem Friedrich Hölderlin-Preis ausgezeichnet worden. Ein Zitat daraus: «Hüte dich vor Kompromissen! Das sind keine Leckerbissen. Meide jede Konzilianz, denn die nagt an der Substanz.»

Heute: «Telefonbuchpolka» - ab CD «Georg Kreisler, Everblacks»

Redaktion: Anina Barandun