«Ich hab ka Lust!» zum Tod von Georg Kreisler

Kreisler ruft zum Ungehorsam auf. «Ich hab ka Lust!» funktioniert eigentlich immer, man muss nur dran glauben. «Dreh das Fernsehen ab» beschreibt die Pflicht, in die Welt zu horchen, wahrzunehmen, was Menschlichkeit tötet.

«Ich hab ka Lust!»

So der Titel eines Kreisler Chansons. Ein Lied, in dem er zum Ungehorsam aufruft. Zum Ungehorsam auch gegen den Tod. Georg Kreisler hat sich nach Kräften gewehrt, jetzt ist es doch geschehen.

Am 22. November ist der grosse Kabarettist gestorben, der wie kein anderer das deutschsprachige Europa seit den Fünfziger Jahren immer wieder aus dem spiessbürgerlichen Verdrängungungsschlaf gerissen hat.

Ein Kabarett-Klassiker von schwärzestem Humor

Seine Platten tragen Titel wie «Lieder zum Fürchten», «Hurra, wir sterben» oder «Mit dem Rücken gegen die Wand»: Georg Kreislers Humor ist so schwarz wie seine markante Brille. Aber nicht immer wurde er dafür geliebt.

In Amerika, wohin die Familie des jüdischen Rechtsanwalts Siegfried Kreisler 1938 emigrierte, galten Lieder wie «Please shoot your husband» als unamerikanisch. Und auch das offizielle Österreich empfing Georg Kreisler nicht mit offenen Armen, als er 1955 nach Wien zurückkehrte. Doch auch ohne staatliche Weihen ist Georg Kreisler zum Kabarett-Klassiker geworden. Klardenkend, scharfzüngig und pianistisch virtuos.

Aus urheberrechtlichen Gründen kann die Sendung nicht zum Nachhören angeboten werden.

Redaktion: Margret Nonhoff