HörPunkt-Archiv 2009

Die HörPunkt-Sendungen aus dem Jahr 2009.

Lauter Lyrik – Auf den Schwingen der Poesie

Noch immer leicht benommen von den Festtagen kann man sich am 2. Januar getrost in andere Welten tragen lassen; Welten, die das Herz mal weit öffnen, mal nachdenklich stimmen, mal zum Schmunzeln anregen oder einfach nur schön sind.

Anhand von Gedichten aus der von Karl Otto Conrady zusammengestellten Anthologie «Lauter Lyrik – der Hör Conrady» geleitet DRS2 seine Hörerinnen und Hörer durch rund 900 Jahre deutsche Literaturgeschichte. Die musikalisch begleitete Zeitreise reicht vom Minnelied bis zur Slampoetry, von der Hymne bis zum Spottvers, von der Totenklage bis zum Liebesgedicht. Entstanden ist dieser Hörpunkttag in enger Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk, der mit dem Hör-Conrady das grösste Radio- und Hörbuch-Lyrik-Projekt deutscher Zunge realisiert hat.

14 prominente Sprecherinnen und Sprecher interpretieren Lyrik auf sehr persönliche Weise und bleiben dabei doch zeitgemäss und exemplarisch. Redaktion: Bernard Senn

Darwin und die Evolution

Ein schwarz-weiss Porträt von Chales Darwin. Mit langem, weissen Bart. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Naturwissenschaftler Charles Darwin um 1878. Keystone

Vor 150 Jahren veröffentlichte Charles Darwin sein monumentales Werk «Die Entstehung der Arten». Darin entwickelte er die wichtigste Theorie der Biologie, die Evolutionstheorie – und stiess damit den Menschen vom Sockel: Plötzlich war die Menschheit ein Teil der Natur. Am Vormittag des Hörpunkts vom lernen wir den grossen Biologen von seiner persönlichen Seite kennen und folgen seinem mühevollen Weg zur Evolutionstheorie. Am Nachmittag befasst sich der Hörpunkt mit der modernen Evolutionsforschung und den Auswirkungen der Theorie auf Gesellschaft, Politik und Geisteswissenschaften. Ein Hörpunkt über eine der wichtigsten wissenschaftlichen Theorien und ihren Schöpfer.

Töne aus dem Reisekoffer – Musiker unterwegs

Ein alter brauner Koffer. Darauf sind verschiedene Kleber aus verschiedenen Städten Europas. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Reisekoffer vom Schweizer Künstler Alberto Giacometti. Keystone

Egal ob mit Kutsche oder Flugzeug, damals wie heute – die meiste Zeit eines Musikerlebens geht fürs Reisen drauf. Das kann lästig sein, muss es aber nicht. Und überhaupt: die Musik Europas würde heute gänzlich anders tönen, wenn sich nicht immer wieder Menschen über die eigenen Grenzen hinaus bewegt hätten. Unzählige Geschichten sind’s, die sich rund um die Musik und das Reisen erzählen lassen. Wir tun’s. Einen ganzen klangvollen Tag lang.

Es geht um Operndiven und ihre kuriosen Reisegewohnheiten. Wir staunen über die gewaltige Logistik hinter den Kulissen, um Pepe Lienhard mit seinem Show-Orchester jeden Abend woanders auf die Bühne zu bringen. Wie lebt es sich als reisender Strassenmusiker in der Schweiz? Was bringt eine promovierte Biologin dazu, mit ihrem Fan-Club Claudio Abbado hinterher zu reisen? Wir heften uns an die Spuren von Felix Mendelssohn und wandern mit ihm quer durch die Schweiz vom Genfer- bis an den Bodensee. Und öffnen einen geheimnisvollen Lederkoffer voller Reisespuren, der von einem Estrich den Weg ins Radiostudio Basel gefunden hat und tatsächlich einst Clara Schumann gehörte. Und apropos Radiostudio: am Abend packen vier Cellisten ihre weitgereisten Instrumente aus und laden ein zum aussergewöhnlichen Quartett-Konzert, in 80 musikalischen Minuten um die Welt – vor Publikum.

Würfel, Brett und Spielkonsole

Computergamer spielen World of Warcraft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «World of Warcraft» – Spieler an der Games Convention in Leipzig. Keystone

Menschen spielen, und fast alle spielen gern – ob mit Würfel oder Karten, auf dem Spielbrett oder vor dem Computerbildschirm. Ein paar Fakten: das Onlinespiel World of Warcraft gehört zu den beliebtesten Computerspielen aller Zeiten und vereinigt weltweit 12 Mio Spieler. Durchschnittlich jeder zweite Haushalt in Europa verfügt über mindestens einen Satz Spielkarten, der Jahresumsatz von Ravensburger, dem bekanntesten Hersteller von Gesellschaftsspielen im deutschsprachigen Raum, beläuft sich auf rund 400 Mio Franken. Spielcasinos generieren trotz Wirtschaftskrise Werte in Milliardenhöhe. Spielen ist menschlich. Der Homo Ludens jedenfalls hat es immer schon getan. Als es noch keine Würfel gab, erfüllten Knöchelchen die entsprechende Funktion. Heute sind die Grenzen zwischen Spiel und Realität nicht immer scharf getrennt; viele vorgeblich ehrenwerte Börsenhändler und Finanzexperten sind in Tat und Wahrheit Gambler und Zocker. Das ist die ebenso ernüchternde wie erschreckende Erkenntnis aus der Krise an den Börsen.

Und doch: Spielen macht Spass und ist in aller Regel harmlos. Und deshalb wird am Spiele-Hörpunkttag auch kräftig gespielt. 3 Kandidaten spielen sich durch das Programm, stellvertretend für Sie, die Hörerinnen und Hörer, die im Geiste ebenfalls mitspielen sollen – und dürfen.

Wasser!

Ein indisches Kind trinkt aus einem Brunnen in New Dehli Wasser. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Menschen stehen in New Dehli zum Wasser trinken an. Keystone

Wasser wird in diesem Jahrhundert von zentraler Bedeutung sein, das bestätigen und mahnen alle Entwicklungsagenturen, von der UNO bis zu den Hilfswerken. Denn mit der Zunahme der Bevölkerung, der Verbesserung der Lebensverhältnisse vieler Menschen in Schwellenländer nimmt der Bedarf an Nahrungsmitteln zu, und damit steigt der Wasserverbrauch rapide; zudem wird Wasser zum Spekulationsobjekt, indem private Wasserlieferanten an die Börse gebracht werden und so den Unwägbarkeiten der Märkte ausgesetzt sind.

Nicht zuletzt führen Grenzstreitigkeiten und Grossprojekte (vor allem Staudämme) dazu, dass Wasser zu einer strategischen Waffe zu werden droht.

Ganz schön alt

Die Zukunft, so scheint es, gehört dem Alter. Die Revoluzzer-Generation und die Babyboomer kommen in die Jahre. Immer mehr private und öffentliche Diskussionen widmen sich dem Thema. Die Werbestrategen wittern grosse Absatzchancen bei den Silver-Agers. Die Versicherungsunternehmen definieren neue Risikokriterien. Die Freizeitindustrie postuliert neue Lebensinhalte. Auch der Hörpunkt DRS 2 widmet sich sechs Stunden lang dem weiten Feld. Jede Hörpunkt-Stunde fokussiert ein Jahrzehnt. Begonnen wird mit den 45-55 Jährigen, die letzte Hörpunktstunde nimmt die Langlebigen zwischen 95 und 105 in den Blick. Dazwischen liegen 40 Jahre voller «Noch – nicht» und «Nicht – mehr».

Zu erwarten sind Reportagen, Kolumnen, Zitate, Suprises musicales, und Gespräche. Pro Stunde bgrüssen wir einen Live-Gast, der einerseits Experte ist und andrerseits seine Altersklasse vertritt. Eingeladen sind unter anderen die Gerontopsychologin Bettina Ugolini, der Alterssoziologe François Höpflinger, der Philosoph Hans Saner und die Sozialarbeiterin und Bestsellerautorin Judith Giovanelli-Blocher. So entsteht während der 6 Hörpunkt-Stunden ein sechsköpfiger Rat der Weisen.

Auf Weltreise

Ein Mann sonnt sich am Strand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sommerzeit ist Reisezeit. Wie auch hier in Griechenland. Keystone

Sommerzeit – Reisezeit. Auch der HörPunkt macht sich auf den Weg, musikalisch, literarisch, diskursiv. Für das HörPunkt Sommerprogramm ist DRS2 ins Archiv gestiegen und komponiert den HörPunkt neu.
2 mal 6 Stunden Welt gilt es zu entdecken. Von Finnland nach Burkina Faso, von Hamburg über Samarkand bis ins ferne Japan und zurück. Unterwegs gibt es reichlich literarischen Reiseproviant und thematische Zwischenhalte von «Jetlag» bis «Tourismusindustrie».

Der siebte Tag

«Am siebten Tage sollst Du ruh’n» heisst es in den Zehn Geboten. Allerdings ist der ursprünglich mit religiösen Pflichten verbundene Tag längst zum säkularen Unruhetag geworden. Die Freizeitindustrie lockt mit vielfältigen Angeboten, die Printmedien nutzen die Gunst der Stunde für besonders umfangreiche Sonntagsausgaben, der Sport ruft sowohl vor den Fernseher als auch auf den Fussballplatz. Mit einem Augenzwinkern nimmt sich der DRS2 HörPunkt diverser Sonntagsbeschäftigungen an, macht für einmal auch den Sport zum Thema und räsoniert nicht zuletzt ausführlich über die Bedeutung der Pause in einer immer rastloseren Welt. «Der siebte Tag» – Eine HörPunkt-Sommerwiederholung. Realisation: Bernard Senn und Cécile Olshausen

Arbeiten heute – Arbeiten übermorgen?

Geht uns allmählich die Arbeit aus? Wie sonst lässt sich erklären, dass weltweit immer öfter ganze Heerscharen von Arbeiterinnen und Arbeiter entlassen werden? Der einst vom amerikanischen Soziologen Richard Sennett beschriebene «flexible Mensch» ist nicht mehr nur Vision und Drohung, sondern längst eine sich durch die aktuelle Krise noch verschärfende Gegenwart. Aber: Wie viel Flexibilität verträgt der Mensch? Und: wie gestaltet sich die Umwandlung vom ehemals stolzen Arbeiter zur Ich-AG konkret? Was ist mit denen, die dabei auf der Strecke bleiben? Prekariat statt Proletariat? Ein Hörpunkt-Tag, der Fragen stellt und die Antworten nicht scheut, live aus dem Arbeitsamt in Basel.

Auf diskutiert die Hörerschaft bereits im Vorfeld des Hörpunkt-Tages, fragt nach, formuliert Visionen: Wie ist es möglich, Arbeit und Kapital gerecht und sozialverträglich zu verteilen? Was müsste jetzt schon getan werden? Pointierte Hörer-Statements finden Eingang in den Hörpunkt-Tag.

Neu² – von der Idee zur Innovation

Die Schweiz steckt voller guter Ideen. Krisenzeiten sind die besten Zeiten für Innovationen. Gerade in der Krise braucht unser Land deshalb dringend mehr Innovation, lautet die Forderung von Managern und PolitikerInnen. Nur: wie entstehen aus einer Idee, einer Erfindung wirklich echte «Innovationen» für unsere Gesellschaft?

DRS2 macht den Innovationsprozess einen Tag lang transparent und erlebbar mit all seinen Facetten, Höhepunkten wie Schwierigkeiten. Müssen wir mehr träumen? Ist Kreativität lernbar und in der Krise überhaupt möglich? Wann kann echte Innovation gelingen? Welche Innovationen braucht die Gesellschaft, damit sie nicht auseinander-bricht? Innovation konkret: Bringen intelligente Materialien die Lösung für die immensen Abfallprobleme? Führende Persönlichkeiten und helle Geister aus Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Politik, die aus eigener Erfahrung wissen, was Innovationen schaffen konkret bedeutet, bringt DRS2 ins Gespräch. Das Innovationsgipfeltreffen live vor Ort aus der Krisen erprobten Stadt Biel-Bienne.

Eine kleine, feine Kollektion Erfindungen und Innovationen und ein Musikprogramm zum Thema erwarten die Hörerschaft und das Publikum vor Ort.

Die Hörerschaft kann on-line mitwirken. Wir fragen unsere Hörerinnen auf was muss noch erfunden und umgesetzt werden, um unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten?

Geschichten vom Bahnhof Baden

Ein Zug fährt im Bahnhof Baden ein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Bahnhof Baden. Keystone

Einen eigenen Vorsteher hat der älteste Bahnhof der Schweiz, von dem ab 1847 die Spanisch-Brötli-Bahn von Baden nach Zürich dampfte, schon länger nicht mehr, aber das Stationsbüro am Gleis 1 steht noch. DRS2 richtet dort für einen Tag ein Bahnhofsradio ein: Mit dem Blick auf die ankommenden und abfahrenden Züge, aus denen Zugführer und Denkmalpfleger, Sounddesigner und Klangforscher, ehemalige Bewohner des Bahnhofs und andere GeschichtenerzählerInnen aussteigen werden.

Wie klingt Bahnhof? Oder konkreter gefragt: Wie klingt der Bahnhof Baden? – Ein Hörpunkt-Tag, der den Klangraum Bahnhof untersucht und mit nostalgischen Geschichten, aktuellen Analysen und eigens produzierten Bahnhofskompositionen die Sinne schärft für einen speziellen Alltagsort, an dem sich Geschichte und Geschichten verbinden.

Schenken

EIn Kind packt ein farbig bepacktes Geschenk aus. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Meistens versteckt sich in einem Geschenk eine Überraschung. Keystone

«Schenken Sie uns eine Geschichte… wir schenken Ihnen auch etwas !» Mit diesem Aufruf wendet sich DRS2 im November an seine Hörerschaft. Gewünscht sind Geschichten zum peinlichsten je erhaltenen Geschenk, zum schönsten oder aufregendsten, zum flüchtigsten Geschenk oder jenem, das für immer bleibt.
Die 24 spannendsten Geschichten sind zu hören im Hörpunkt. Live am Telefon oder aber gelesen von einem Schauspieler bzw. einer Schauspielerin.

Die Musikredaktion lässt sich von den verschiedenen Texten inspirieren und reagiert mit einem musikalischen Geschenk auf die jeweiligen Geschichten der Hörerinnen und Hörer. Die Psychologin Verena Kast und die Kulturwissenschaftlerin Iris Meier im Studio geben zudem Auskunft über den tieferen Sinn des Schenkens, reden über Schenktraditionen in anderen Ländern und darüber, weshalb das wichtigste an einem Geschenk die Verpackung ist.