HörPunkt – der Tag: «Detox»

Wie belastbar ist der Begriff «Detox» und welche Vorstellungen stecken dahinter? Diesen und anderen Fragen geht der HörPunkt «Detox» nach. Anschauliche Beispiele aus unterschiedlichsten Lebensbereichen geben eine Vorstellung davon, was heute als toxisch erlebt wird und wie man sich davon befreit.

Der Begriff Detox geistert schon seit Längerem durch gesundheits- und lebensberatende Publikationen und hat inzwischen auch das Feuilleton erreicht. Seinen Ursprung hat der Ausdruck, der auf das englische Wort «Detoxify» zurückgeht, in der Drogentherapie. Das ist nachvollziehbar, geht es hier doch darum, den abhängigen Körper erst einmal «clean», also sauber von jeglichen als giftig (toxisch) verstandenen Substanzen zu bekommen. Von der therapeutischen Praxis hat sich «Detox» in den Wellness-Bereich eingeschlichen, um sich schliesslich von dort aus in alle möglichen und unmöglichen Lebensbereiche hinein zu verbreiten. Dabei ist das Grundprinzip immer dasselbe: Der Konsum von schädlichen Substanzen wird bewusst eingeschränkt, Körper und Seele von als toxisch erachteten Einflüssen gereinigt. Wirklich neu ist das nicht. Als unmittelbare Reaktion auf die als seelisch krankmachend empfundenen Entwicklungen der Moderne entstanden schon um 1900 herum Interessensgruppen, die sich einem gesünderen Leben verschrieben. Diese sogenannten «Naturisten» wiederum beriefen sich auf den Philosophen J.J. Rousseau und dessen Verklärung einer als gesund, weil ursprünglich vorgestellten Natur.

Beiträge

  • «Adieu, du schöne Bankenwelt!»

    Eine Magenkrankheit wirft Thomas Leidner aus der Bahn und auf den Operationstisch. Er nimmt den Hinweis seines Körpers ernst und quittiert seinen Job als Investmentbanker. Danach gründet Leidner das erste Katzenkaffee Deutschlands – die Tiere helfen gestressten Menschen herunterzufahren.

    Anna Jungen

  • «Toxische Familienbande»

    Früh schon ist die Beziehung zwischen Peter und seinen Eltern belastet. Sein Verhalten zwischen Liebenswürdigkeit und Bösartigkeit irritiert zutiefst. Erst als junger Mann erhält er die Diagnose zu seinem Verhalten: Borderline Syndrom. Rosmarie H. erinnert die toxische Beziehung zu ihrem Sohn.

    Christoph B. Keller

  • «Social Time-Out»

    Als bekannter TV- und Radio-Moderator ist Stefan Büsser tausendfach vernetzt. Die Pflege seiner Social Media Kanäle erfordert viel Aufmerksamkeit. Doch dann entzieht sich Büsser dem Druck der Algorithmen, unterwirft sich einem temporären Digital-Detox.

    Er verliert zwar Follower, aber fühlt sich gut.

    Elisabeth Baureithel

  • «Kunst aus der Leere und Fülle»

    Das jugendliche Leben von Gen Atem konnte nicht wild genug sein. In New York und später in den Städten Europas mischt er als Urban Artist das Alltagsgrau mit buntem Graffiti auf. Heute ist Gen Atem Zen-Mönch. Allerdings einer, der immer wieder künstlerisch-impulsiv aus sich herausgeht.

    Dascha Lüscher

  • «Die letzte Zigarette»

    Über 20 Jahre ein Päckchen Zigaretten am Tag und dann das Aus. Eine plötzliche Überfunktion der Schilddrüse liess Maja Zivadinovic auf den Rat ihrer Ärztin hören. Seither triumphiert die Vernunft über die Lust auf Nikotin. Eine Lust, die allerdings nie wirklich nachgelassen hat.

    Deborah Sutter

  • «No News» – «Good News»?

    Früh schon erkennt Sarah Montani, dass sie der tägliche Newsstrom nicht nährt. Im Gegenteil: Die tägliche Fülle an Nachrichten und Informationen lenke sie vom Wesentlichen ab. Montani liebt es, Dinge zu hinterfragen.

    Ihre Fragen aber gründen in der Abstinenz vom ununterbrochenen Nachrichtenstrom.

    Bernard Senn

  • «Wir Zuckersüchtigen»

    Seit Luzi Schucan auf Zucker und Weissmehl verzichtet, fühlt er sich sehr viel wohler in seinem Körper. Ihm fällt allerdings auf, dass er andere mit seinem Zuckerverzicht teilweise provoziert. Liegt es daran, dass Luzi Schucan uns daran erinnert, dass wir im Grunde genommen zuckersüchtig sind?

    Bernard Senn

Moderation: Florian Hauser, Redaktion: Anna Jungen, Bernard Senn