Äthersachen. Das Hörspielmagazin: das «Lorenz Eberle Triptychon»

Den Auftakt des sonntäglichen Hörspieltermins bildet eine neue Ausgabe unseres Hörspielmagazins. Redakteurin Susanne Janson hat Autor und Regisseur Robert Schoen zu seinem «L.E. Triptychon» im Allgemeinen und zum Hörspiel «Die verlorenen Söhne» im Speziellen interviewt.

Lorenz Eberle und Robert Schoen
Bildlegende: Lorenz Eberle und Robert Schoen zVg

Im Anschluss an das Hörspielmagazin hört man das Hörspiel «Aus dem Leben einer Schwebfliege» von Robert Schoen.

Mit Robert Schoens neuer Radioarbeit gelangt sein «L.E. Triptychon» um und mit dem Performer, Schauspieler und bekennenden Musikliebhaber Lorenz Eberle zum Abschluss.

In «Schicksal, Hauptsache Schicksal» (2010), einer völlig neuen und anderen Art literarischer Adaption (Joseph Roths «Legende vom heiligen Trinker»), gelingt Eberle eine lässig-leichte, nahezu traumhafte «Einverleibung» der Rolle des Trinkers, die dem Stück zu einer eindringlichen, intensiven Authentizität verhilft. In der trostlosen Welt der «Verlorenen Söhne» (2016) taucht er in die Rolle eines von tiefen Schuldgefühlen gegenüber dem Vater geprägten Mannes ein, dessen verbrauchte Stimme einer gnadenlosen phonetischen Analyse unterzogen wird - so wie auch unzählige Kriegsgefangene im sogenannten «Mondsichellager» während des 1.Weltkrieges zu phonetischen Studien aufgenommen und analysiert wurden.

Nun, im letzten Stück, gibt sich Eberle als Etzel Andreas Mauss auf den Wogen der Musik verführerischen Todessehnsüchten hin. Mit Bruckners «Te deum» im Ohr und Dosenbier in der Hand die Angst vor dem Tod verlieren, so stellt er sich das vor. Der Freitod nicht als fataler Ausweg, sondern an den Rändern flankiert von Celan, Cioran oder Captain Willard, als letzte Leidenschaft und Freiheit.

Mit: Lorenz Eberle, Sibylle Dinse sowie Fanny und Nora Treptow; Violine: Aisha Orazbayeva

Konzept & Realisation: Robert Schoen – Produktion: HR 2018 – Dauer: 52'

Redaktion: Susanne Janson