«Auf der Suche nach den verlorenen Seelenatomen» von Susann Maria Hempel

Ein ehemaliger DDR-Häftling hat im Gefängnis einen Schock mit darauffolgender Amnesie erlitten. Die Seele sei aus ihm «rausgemacht», sagt er. Und sie ist bis heute nicht heimgekehrt in ihr Gefäss. Doch nach dem Tod seines ältesten Freundes beginnt er endlich, von seinem Leben zu erzählen.

«Wie wenn Du jetze ne Apflsine un un un un drückst das raus, un de Schale bleibt übrig. S-So hab ich mich dann gefühlt. Oder wie wenn De'n Apfl schälst un ich bleib de Schale – also das war wie e Bild, was aus mir rausgeflogn is. Äh – ‹Bild› is velleicht – mer muss von Gefühl sprechn. Mer empfindet ja was, mer hat im Herzn was, was mer die GANZN Jahre, - wo mer aufgewachsn is, gesammelt und erlebt hat, oder Liebe - alles, alles, alles, das ergibt eigntlich in Dir'n Gefühl - un das is weg. Alles!»

«Auf der Suche nach den verlorenen Seelenatomen oder: Unser ist des heilgen Waldes Dunkel» basiert auf Interviews, die Susann Maria Hempel mit entlassenen Strafgefangenen geführt hat, die in DDR-Gefängnissen drangsaliert wurden und seitdem in ihrem Leben nicht mehr richtig Fuss fassen können. Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat die Produktion als «Hörspiel des Jahres 2018» ausgezeichnet.

Mit: Susann Maria Hempel (Sprecherin)

Tontechnik: Nikolaus Löwe - Musik und Regie: Susann Maria Hempel - Produktion: RBB 2018 - Dauer: 54'

Redaktion: Katrin Zipse