«Bleib kurz dran» von Thilo Reffert

Mobile Kommunikationstechnologien bieten viele Vorteile. Zum Beispiel kann man auch beim Autofahren vieles regeln. Bis die permanente Erreichbarkeit zum Fluch wird und selbst den gutgelaunten Georg aus der Bahn wirft. Thilo Refferts Hörspiel erzählt von den Überforderungen des modernen Lebens.

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Bei Georg Meyer läuft es. Warum auch nicht, man muss sich eben ein bisschen ins Zeug legen und sein Leben optimal managen. Als Gruppenleiter Fahrerlebnisraum hat er einen begehrten Job in der Automobilbranche - und ist gerade unterwegs, um bei der Konkurrenz den Vertrag für einen noch besseren zu unterschreiben: mehr Geld und fast zwei Stunden Pendelei pro Tag weniger, also mehr Zeit für die Familie.

Da kann ihn eine Vollsperrung nicht aus der Ruhe bringen: Schliesslich lässt sich dank Freisprechanlage auch beim Fahren vieles regeln. Zum Beispiel eine eventuelle Verspätung beim Bewerbungsgespräch oder die Frage, wie Luke rechtzeitig zum Fussball gebracht werden kann. Immerhin hat der Junge neben seinem sozialen Vater auch noch einen Erzeuger. Beziehungsweise der eine neue Lebensgefährtin. Wenn dann allerdings die Ex-Schwiegermutter noch anruft, weil ihr Mann Lähmungserscheinungen zeigt, die Tochter per Handy erklärt, dass sie nicht zum letzten Versuch bei der Examensprüfung antritt und der Noch-Chef sich alle paar Minuten meldet, um einen auf höchster Dringlichkeitsstufe in die Firma zurückzukommandieren, dann kommt auch der grösste Selbstausbeutungsartist ins Schleudern und merkt, dass er die Bälle, die er da jongliert, nicht mehr auffangen kann.

Mit: Holger Stockhaus (Georg), Cordelia Wege (Miriam), Kornelia Boje (Gisela), Martin Reik (Axel Sluga), Meike Droste (Ines Sluga), Nina Gummich (Svenja), Thomas Dannemann (Ingo Borgward), Günther Harder (Bodo), Jörg Schüttauf (Dr. Gersfeld), Ramona Libnow (Isa), Conny Wolter (Anja), Beatrix Hermens (Verkehrsfunksprecherin)

Musik: Ralf Schneider, Schlagzeug - Regie: Stefan Kanis - Produktion: MDR 2017 - Dauer: 55'

Redaktion: Katrin Zipse