«Cosmos» von und mit Ferruccio Cainero

Wenn Ferruccio Cainero von seiner Jugend in Norditalien erzählt, verwandelt sich seine Heimatstadt Udine unversehens in ein zweites Brescello, das legendäre Städtchen, in dem einst Don Camillo und Peppone zuhause waren.

Ferruccio Cainero
Bildlegende: Ferruccio Cainero zVg

Doch die Welt des jungen Ferruccio dreht sich nicht um Kirche und Rathaus, sondern um die Autowerkstatt «Cosmos». Hierhin zieht es den bald Achtzehnjährigen jeden Abend, ins Reich von Toni, dem philosophischen Automechaniker, der Motoren zum Laufen und Träume zum Fliegen bringt.

Physik und Poesie verschmelzen auf hinreissende Weise, wenn Ferruccio, zusammen mit Tonis jüngerem Bruder Giovanni, auf einer alten BMW 750 in die Umlaufbahn schöner «Komädchen» gerät und dort das kosmische «Gesetz der Busengravitation» entdeckt.

Ferruccio Cainero ist ein «Sohn des Cosmos», denn Tonis Werkstatt existierte tatsächlich. Und er ist ein wichtiger Vertreter der italienischen Erzählkunst, wie sie unter anderem von Luigi Pirandello geprägt wurde. Der Sizilianer nannte sich in Anlehnung an seinen Geburtsort einen «Sohn des Chaos» und schrieb: «Man hat nie Gelegenheit, sie zu sagen, die Wahrheit, ausser wenn man sie erfindet.»

Liveaufnahme aus dem Theater Ticino in Wädenswil vom 8. Februar 2015.

Redaktion: Anina Barandun - Produktion: SRF 2015 - Dauer: 51'

Ferruccio Cainero (* 1953) lebt und arbeitet seit über zwanzig Jahren als Regisseur, Autor und Schauspieler in der Schweiz. Als Kabarettist und Solokünstler erhielt er für sein Schaffen zahlreiche Auszeichnungen, darunter den «Schweizer Kleinkunstpreis 2002», den «Salzburger Stier 2003» oder «The Golden Ear of Graz 2006».

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen die Produktion während 30 Tagen zum Nachhören anbieten.

Redaktion: Anina Barandun