«Das Gartenhaus» von Thomas Hürlimann

  • Samstag, 27. Juni 2020, 20:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Samstag, 27. Juni 2020, 20:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Groteskes Drama um ein alterndes Ehepaar nach Hürlimanns meisterhafter Novelle. Ein eindringliches Hörspiel über Einsamkeit, Trauer und Vergänglichkeit mit komischem Unterboden. In den Hauptrollen die Schauspieler-Legenden Nadja Tiller und Fritz Lichtenhahn.

«Das Gartenhaus» handelt von einem älteren Ehepaar, das plötzlich den einzigen Sohn verliert. Nach seinem Krebstod zieht die Trauer ein in die grossen Räume der von zahllosen Erinnerungen bewohnten Villa. Der Familiensitz, ein Monument des untergehenden Grossbürgertums, wird zum Schauplatz eines grotesken Dramas. Denn die von Depression und sinnloser Wut gegen das Unvermeidliche heimgesuchten Eheleute verrennen sich in immer skurrilere Trauerrituale.

Ein regelrechter Kleinkrieg beginnt, verzweifelt und komisch zugleich. Auf der einen Seite der alt gewordene Sohn eines Berglers, der sich zum Obersten der Schweizer Armee hochdiente; ihm entgegengesetzt Lucienne, seine Gattin, Erbin einer grossbürgerlichen Existenz, deren Wahlspruch lautet: «On a du style.» Und zwischen ihnen das «Verhängnis», das sich, in Gestalt eines Friedhofkätzchens, buchstäblich auf leisen Sohlen in ihr dahinsterbendes Dasein geschlichen hat.

In enger Zusammenarbeit mit Thomas Hürlimann hat der in Berlin lebende Basler Regisseur Jean-Claude Kuner «Das Gartenhaus» fürs Radio adaptiert. Die Hauptrollen besetzte er mit jenen beiden Schauspieler-Legenden, die bereits sein 2013 als «Hörspiel des Jahres» ausgezeichnetes Stück «Traumrollen» prägten: mit dem Schweizer Fritz Lichtenhahn und der gebürtigen Wienerin Nadja Tiller.

Mit: Fritz Lichtenhahn (Oberst), Nadja Tiller (Lucienne), Ulrich Matthes (Erzähler), Dagmar Manzel (Erzählerin)

Komposition: Daniel Fueter - Klavier: Tomas Bächli - Tontechnik: Peter Kainz - Hörspielbearbeitung und Regie: Jean-Claude Kuner - Produktion: SRF/SWR 2016 - Dauer: 55'

Redaktion: Mark Ginzler