«Der falsche Inder» von Abbas Khider

Rasul Hamid flieht aus Bagdad vor dem Gefängnis, vor Saddams Regime. Es folgt eine wahre Odyssee durch Nordafrika und Europa. Eine Odyssee, die mal kindlich-naiv, mal hintersinnig und weise erzählt wird. Hamid kapituliert nicht vor der Tragik der Flucht, sondern bietet ihr die Stirn: mit Poesie.

Statue des ehemaligen Irakischen Diktators Saddam Hussein.
Bildlegende: Khider musste vor den Schergen des Diktators Saddam Hussein fliehen. Keystone

«Der falsche Inder» ist ein Hörspiel, das zwischen Autobiografie und Fiktion pendelt. Denn Rasul Hamids Geschichte ist auch die Geschichte von Abbas Khider. 1991, mit 19 Jahren, wurde Khider in Bagdad verhaftet, weil er Flugblätter gegen Saddam Hussein verteilte. 1996 floh er dann aus dem Irak. Über vier Jahre war er auf der Flucht, bis er 2000 nach Deutschland kam. Doch auch die Ankunft dort gestaltete sich alles andere als einfach: So musste er erst ein Jahr in einem Obdachlosenheim arbeiten, um das Geld für einen Deutschkurs verdienen zu können. All diese Erfahrungen verarbeitet Khider in «Der falsche Inder». Nie larmoyant, sondern mit feiner Ironie.

Mit: Konstantin Bühler, David Czesienski, Marian Funk, Matti Krause, Claudius von Stolzmann, Abbas Khider (alle als Rasul Hamid) u.a.

Hörspielfassung und Regie: Julia Tieke - Produktion: WDR 2012 - Dauer: 54'

Der Autor Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren; seit dem Jahr 2000 lebt er in Deutschland. Auf sein Debüt «Der falsche Inder» folgten die Romane «Die Orangen des Präsidenten», «Brief in die Auberginenrepublik» sowie dieses Jahr «Ohrfeige». Khider wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Nelly-Sachs-Preis und dem Adelbert von Chamisso-Preis. Abbas Khider lebt in Berlin.

Redaktion: Wolfram Höll