«Der Sohn» von Jon Fosse

Stellen sie sich ein kleines verlassenes Bergdorf vor. Ein älteres Ehepaar lebt dort zurückgezogen und einsam. Der Nachbar ist der einzige, beim dem ab und zu noch Licht brennt. Zu reden gibt es nicht viel. Vom Sohn wissen sie nicht, wo er lebt und was er treibt. Da taucht er plötzlich auf.

Bearbeiter der Mundart-Fassung und Schauspieler Marco Schenardi und Hanspeter Müller-Drossaart im Hörspiel-Studio.
Bildlegende: Bearbeiter der Mundart-Fassung und Schauspieler Marco Schenardi und Hanspeter Müller-Drossaart im Hörspiel-Studio. SRF

Beim norwegischen Dramatiker Jon Fosse spielt das Stück in einem verlassenen Dorf ganz hinten an einem norwegischen Fjord. Doch die karge, knappe Sprache der Protagonisten, das Schweigen zwischen den Sätzen und Worten, die dunkle Grundstimmung, die Melancholie der Verlassenheit lassen sich von Norwegen auch in ein verlassenes Urner Bergdorf übertragen.  In der Stille, im Ungesagten, in der Sprachlosigkeit liegt das Tragische wie Komische dieses Stücks. «Es ist, glaube ich, das Stück, mit dem ich die grösste Einfachheit erreicht habe», sagt Jon Fosse von «Der Sohn».

Mit Marco Schenardi (Vater), Anita Schenardi (Mutter), Andri Schenardi (Sohn), Hanspeter Müller-Drossaart (Nachbar)

Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel - Musik: John Wolf Brennan - Urner Mundartfassung: Marco Schenardi - Regie: Geri Dillier - Produktion: SRF 2009 - Dauer: 45‘

Redaktion: Geri Dillier