«Der Zusenn oder das Heimat» von Adolf Muschg

Das Hörspiel nach der gleichnamigen Erzählung von Adolf Muschg ist ein sprachliches Meisterwerk. Es handelt von einem familiären Inzest-Fall auf einer abgelegenen Alp. Walo Lüönd hat diesen Text 1980 kongenial eingesprochen.

Adolf Muschg
Bildlegende: Adolf Muschg Keystone / Gaetan Bally

Ein 57jähriger Bauer, der mit zwei erwachsenen Töchtern allein auf der abgelegenen Torggelalp lebt, ist mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Aus der Untersuchungshaft schreibt er nun dem «hohen Gericht» einen langen Brief, «weil meine mündlichen Worte zu Ihrer Zufriedenheit nicht ausreichen». In ebenso ungelenken wie berührenden Sätzen versucht er zu erklären, wie und weshalb es - viele Jahre nach dem Tod seiner Frau - zu einem inzestuösen Verhältnis zuerst mit der älteren und später auch mit der jüngeren Tochter gekommen ist.

Der Text stammt aus dem 1972 erschienenen Erzählband «Liebesgeschichten», mit dem Muschg von der deutschen Literaturkritik «unzweifelhaft unter die besten Erzähler unserer Zeit» eingereiht wurde.

Mit: Walo Lüönd

Regie: Christian Jauslin - Produktion: SRF 1980 - Dauer: 47'

Redaktion: Johannes Mayr