Die Forsyte-Saga: «Krieg» von John Galsworthy 4/6

Eine grosse Familiengeschichte für kalte Winterabende, vorm Kamin zu geniessen. Wer Downton Abbey liebt, wird sich auch gerne zwischen die Forsytes auf das Chaiselongue setzen. Ein tragisch-romantisches Generationenepos um Geld, Macht und Liebe im England des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

Bildlegende: Keystone

Das Wiedersehen mit Irene hat Soames bewusst gemacht, dass er sie immer noch liebt. Aber Irene fürchtet und verabscheut ihn so sehr, dass sie nach Paris flüchtet. Auch ihr Berater Jo - inzwischen ein erfolgreicher Maler - hält sich dort ein paar Wochen auf. Sie treffen sich täglich, wie Soames, der sie von einer Privatdetektei beschatten lässt, erfährt. Jo hat sich in Irene verliebt, was er ihr aber verbirgt. Sorgenvoll kehrt er nach London zurück, um von seinem Sohn Abschied zu nehmen, der als Freiwilliger in den Burenkrieg zieht. Nun reist Soames nach Paris und bittet Irene, ihrer Ehe noch eine Chance zu geben. Sie lehnt so heftig ab, dass ihm keine andere Wahl bleibt, als sich scheiden zu lassen. Als Scheidungsgrund gibt Soames seinen Vetter Jo Forsyte an, obwohl es ihn demütigt, in den Augen der Öffentlichkeit als Hahnrei dazustehen, der nicht imstande ist, seine gesetzmäßige Frau zu halten. Auch spürt er, dass er die beiden damit erst recht einander in die Arme treibt.
Im Januar 1901, wenige Tage nach dem Tod von Königin Viktoria, geht Soames mit der jungen Französin Annette eine Vernunftehe ein. Jo und Irene heiraten im März. Skandalöserweise kommt ihr Sohn schon im Mai auf die Welt. Allein die Aussicht, dass auch er im Herbst Vater sein wird, mildert Soames Bitterkeit.

Mit: Hanns Zischler (Erzähler), Rosel Zech (Erzählerin), Udo Schenk (Soames), Irina Wanka (Irene), Siemen Rühaak (Jo, der junge Jolyon), Wolfgang Hinze (Timothy), Eva Pflug (Juley), Renate Grosser (Hester), Horst Sachtleben (James),Carola Regnier (Emily), Jeanne Tremsal (Annette) sowie Peter Fricke, Fred Maire, Peter Rühring, Michael Tregor, Annette Wunsch u.a.

Aus dem Englischen von Luise Wolf und Leon Schalit
Komposition: Henrik Albrecht
Hörspielbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: Bayrischer Rundfunk 2002
Dauer: Teil 4: 75‘

John Galsworthy, geboren 1867 in Kingston Hill, gestorben 1933 in London, sozialkritischer Schilderer der englischen Gesellschaft seiner Zeit, schrieb sein Hauptwerk «Die Forsyte-Saga» von 1906 bis 1921 und wurde damit weltberühmt. 1932 wurde er mit dem Nobelpreis der Literatur ausgezeichnet «für die vornehme Schilderungskunst, die in The Forsyte Saga ihren höchsten Ausdruck findet.» (Jury-Begründung). In den 70er Jahren machte die 26-teilige BBC-Serie dieses Familienepos einem Millionenpublikum bekannt. Sie war die erste Soap Opera im deutschen Fernsehen.

Im Vorwort zu der 1922 erschienen Gesamtausgabe erklärt Galsworthy, er habe in der «Forsyte Saga» den gehobenen Mittelstand «konserviert und unter Glas zur Schau gestellt». Seine weitverzweigte Forsyte-Familie verkörpert jenes merkantile Bürgertum, das im England der Neuzeit stets das eigentliche Rückgrat der herrschenden Klasse gewesen ist.

Sendedaten der weiteren Folgen:
Sonntag, 01.01.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 1/6
Sonntag, 08.01.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 2/6
Sonntag, 15.01.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 3/6
Sonntag, 29.01.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 5/6
Sonntag, 05.02.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 6/6


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Redaktion: Mark Ginzler