Die Forsyte-Saga: «Paris» von John Galsworthy 5/6

Eine grosse Familiengeschichte für kalte Winterabende, vorm Kamin zu geniessen. Wer Downton Abbey liebt, wird sich auch gerne zwischen die Forsytes auf das Chaiselongue setzen. Ein tragisch-romantisches Generationenepos um Geld, Macht und Liebe im England des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

Symbolbild
Bildlegende: Imago/ Joana Kruse

Als Annette in den Wehen liegt, gibt es Komplikationen. Laut ärztlicher Prognose wird entweder nur die Mutter oder nur das Kind die Geburt überleben. Für den Arzt ist die Entscheidung des Ehemanns ein Schock, denn Soames riskiert lieber den Tod seiner Frau, als dass er auf den ersehnten Erben verzichtet. Mit knapper Not gelingt es dem Arzt jedoch beide zu retten. Annette bringt eine gesunde Tochter zur Welt, aber auf weitere Kinder ist nicht mehr zu hoffen. Noch am selben Tag wird Soames ans Sterbebett seines Vaters gerufen. Um dem alten Mann den Abschied aus diesem Leben zu erleichtern, behauptet er, Annette habe einen Sohn geboren.
Mai 1920. Der erste Weltkrieg hat auch das Sicherheitsgefühl der Forsytes erschüttert. Sie sind immer noch reich und alles, was ihre Ehrbarkeit in Frage stellen könnte, wird einfach totgeschwiegen, aber die einst so starken Familienbande haben sich gelockert. So kommt es, dass Fleur, die Tochter von Soames und Annette, und Jon, der Sohn von Irene und Jo, überhaupt nichts voneinander wissen. Eines Tages begegnen sie sich in einer Konditorei. Zufall oder Verhängnis? Die verfeindeten Eltern sind alarmiert. Denn die jungen Leute haben sich auf den ersten Blick heftig ineinander verliebt.

Mit: Hanns Zischler (Erzähler), Rosel Zech (Erzählerin), Udo Schenk (Soames), Irina Wanka (Irene), Siemen Rühaak (Jo, der junge Jolyon), Paul Herwig (Jon), Laura Maire (Fleur), Bettina Redlich (Holly), Horst Sachtleben (James), Carola Regnier (Emily) sowie Peter Fricke, Dagmar Heller, Detlef Kügow, Peter Rühring, Michael Tregor, Annette Wunsch

Aus dem Englischen von Luise Wolf und Leon Schalit
Komposition: Henrik Albrecht
Hörspielbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
Produktion: Bayrischer Rundfunk 2002
Dauer: Teil 5: 74‘

John Galsworthy, geboren 1867 in Kingston Hill, gestorben 1933 in London, sozialkritischer Schilderer der englischen Gesellschaft seiner Zeit, schrieb sein Hauptwerk «Die Forsyte-Saga» von 1906 bis 1921 und wurde damit weltberühmt. 1932 wurde er mit dem Nobelpreis der Literatur ausgezeichnet «für die vornehme Schilderungskunst, die in The Forsyte Saga ihren höchsten Ausdruck findet.» (Jury-Begründung). In den 70er Jahren machte die 26-teilige BBC-Serie dieses Familienepos einem Millionenpublikum bekannt. Sie war die erste Soap Opera im deutschen Fernsehen.

Im Vorwort zu der 1922 erschienen Gesamtausgabe erklärt Galsworthy, er habe in der «Forsyte Saga» den gehobenen Mittelstand «konserviert und unter Glas zur Schau gestellt». Seine weitverzweigte Forsyte-Familie verkörpert jenes merkantile Bürgertum, das im England der Neuzeit stets das eigentliche Rückgrat der herrschenden Klasse gewesen ist.

Sendedaten der weiteren Folgen:
Sonntag, 01.01.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 1/6
Sonntag, 08.01.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 2/6
Sonntag, 15.01.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 3/6
Sonntag, 22.01.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 4/6
Sonntag, 05.02.2017, 17.00h, SRF 2 Kultur, 6/6


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Redaktion: Mark Ginzler