«Die kapieren nicht» von Boris Vian

Amerika in den 50ern: Francis gehört zur Jeunesse dorée von Washington. Viel Geld, aber nichts los. Bis bei einem Maskenball sein «Gspänli» Gaya in die Fänge der Drogenmafia gerät die nur aus Lesben besteht. Ein willkommenes Abenteuer für Francis, der nun endlich den harten Kerl markieren kann.

Boris Vian im schweiz-weiss Porträt.
Bildlegende: Er war in der Nachkriegszeit eine zentrale Figur im französischen Kulturleben: Boris Vian Wikimedia / Lepetitlord

Auch Autor Boris Vian markiert den harten Kerl. Unter dem Pseudonym «Vernon Sullivan» schreibt er einen dreckigen Krimi voller Sex and Crime. Doch das Ganze hat einen doppelten Boden: im subtilen Spiel der Geschlechter. Schon beim Maskenball sind Männer als Frauen und Frauen als Männer verkleidet. Wer da wen abschleppt, weiss niemand. Und wenn Francis am Schluss resümiert: «Ihr werdet sagen, dass wir mit den Mädels vielleicht ein bisschen zu hart umgegangen sind. Aber was wollt ihr die kapieren ja auch nicht», dann ist er bis dahin ein paar Mal ziemlich böse vermöbelt worden. Von Lesben.

Mit: Viktor Neumann (Francis), Gerrit Schmidt-Foss (Richie), Ulrike Stürzbecher (Gaya), Petra Barthel (Donna) u.a.

Aus dem Französischen von Hans Grössel - Hörspielfassung und Regie: Michael Schlimgen - Produktion: WDR 1998 - Dauer: 52'

Boris Vian wurde 1920 in Ville-dAvray geboren. In der Nachkriegszeit war er eine zentrale Figur im französischen Kulturleben: Als Verfasser von Romanen, Gedichten, Libretti und Liedern. Noch heute kennt man ihn für den Roman «Der Schaum der Tage» (1946) und seine Chansons, die von Juliette Gréco, Yves Montand und Nana Mouskouri gesungen wurden. Immer wieder sorgte Boris Vian für Skandale sei es mit deftigen Texten wie «Die kapieren nicht» oder pazifistischen Liedern («Le déserteur» 1954). Er starb 1959 im Kino es lief die Verfilmung seines Romans «Ich werde auf Eure Gräber spucken».

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Redaktion: Wolfram Höll