«Die Nacht aus Blei» von Hans Henny Jahnn

Matthieu trifft in einer fremden Stadt den verwundeten Anders, sein jüngeres Ich. Gemeinsam kämpfen sie sich durch einen Schneesturm. In Anders' Zuhause, einem Verlies tief unter der Erde. erkennen sie sich und ihre ungeheure Verbindung, unbemerkt geführt von Gari, ihrem nicht greifbaren Begleiter.

Mann geht durch einen Schneesturm.
Bildlegende: Begegnung mit dem eigenen Ich. Davon handelt «Die Nacht aus Blei» von Hans Henny Jahnn. IMAGO

Hanns Henny Jahnn hat in seiner letzten Zeit an einem Romanprojekt mit dem Titel «Jeden ereilt es» gearbeitet. In diesem gibt es als Binnenerzählung unter dem Titel «Die Nacht aus Blei» die Albtraumsequenz einer Nacht in unheimlicher Umgebung mit rätselhaften Gestalten, die stark an Kafkas Erzählungen erinnern. Das Gesamtprojekt wurde nicht vollendet. Jahnn hatte vor, darin die Homosexualität offen und ohne Schere im Kopf darzustellen. Ein zu seinen Lebzeiten noch riskantes Unternehmen. «Die Nacht aus Blei» allerdings veröffentlichte er 1956 separat als Novelle.

Mit Michael Rotschopf und Ulrich Noethen

Musik: Jakob Diehl (Komposition), Rosetta Ensemble unter der Leitung von Manuel Nawri - Hörspielfassung und Regie: Alexander Schuhmacher - Produktion: Radio Player für DLR 2009 - Dauer: 88‘

Hans Henny Jahnn, am 17.12.1894 in Stellingen (Deutschland) geboren, lernte seine grosse Männerliebe, den späteren Musikschriftsteller Gottlieb Harms schon in der Schulzeit kennen, absolvierte eine Orgelbauerlehre, entzog sich mit Harms 1915 durch Flucht nach Norwegen dem Kriegsdienst, gründete mit Freunden 1921 einen Musikverlag. Bereits ab 1919 zeichnete sich seine Schriftstellerkarriere mit der Veröffentlichung des Dramas «Pastor Ephraim Magnus» ab, für das er 1920 mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. 1926 heirateten Hans Henny Jahnn und Ellinor Philips. Ihre Tochter Signe Jahnn wurde 1929 geboren.[6] Die außergewöhnliche, durch Nähe und Distanz, aber auch Sorge füreinander gekennzeichnete offene Ehe ohne Tabus hielt 33 Jahre bis zum Tod Jahnns am 29.11.1959.

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Redaktion: Claude Pierre Salmony