Die Schweiz im 1. Weltkrieg: 5 Kurzhörspiele

Vor genau 100 Jahren wurde der 1. Weltkrieg beendet. In den vier Jahren zuvor war die Schweiz eine Insel im Flammenmeer; aber auch keine Insel der Glückseeligen. Fünf Schweizer AutorInnen erzählen und erfinden Geschichten aus der Schweiz im 1. Weltkrieg.

Schweizer Soldaten im 1. Weltkrieg
Bildlegende: Schweizer Soldaten während des ersten Weltkrieges. ETH-Bibliothek Zürich

Anlass für die 5 Kurzhörspiele war ein Projekt der European Broadcasting Union (EBU): 2014 wurden die europäischen Rundfunkanstalten aufgefordert, Kurzhörspiele zu produzieren, die sich mit dem 1. Weltkrieg auseinandersetzen. Diese Stücke lassen sich noch immer im Internet anhören unter «Europe 1914: Audio Snapshots from a Continent at War».

Produktion: SRF 2014 - Dauer: ca. 70'

«Läublis Traum» von Andreas Sauter
Vorkrieg 1912: Der Deutsche Kaiser besucht die Schweiz, um sich ein militärisches Manöver anzusehen. Für die damalige Schweiz ist es ein Freudentag, im Kopf eines einfachen Soldaten aber bricht bereits der Krieg aus. Eine Collage nach Motiven von Friedrich Glauser und Kurt Guggenheim.

Mit: Raphael Clamer (Läubli), Peter Hottinger (Hauptmann), Peter Kner (Vater), Inga Eickemeier (Lisbeth), Anette Herbst, Christian Heller, Kamil Krejci und Fabian Müller (Chor)

Tontechnik: Basil Kneubühler; Regie: Reto Ott

«Marmotta» von Hanspeter Gschwend
Die Episode spielt im Sommer 1915 in einer kleinen Alpenfestung an der südlichen Schweizer Grenze. Italien hat soeben Österreich den Krieg erklärt. Während sich nicht sehr weit entfernt italienische Gebirgsjäger Gefechte mit deutschen und österreichischen Truppen liefern, haben sich die Schweizer Soldaten im Fels verschanzt. Sie bewähren sich als «Verteidiger der Murmeltiere», wie Max Frisch später die Strategie des Réduit beschrieb.

Mit: Davide Gagliardi (Mitrailleur Ciocco), Joel Basman (Mitrailleur Fux), Nils Althaus (Leutnant), Hanspeter Müller-Drossaart (Hauptmann)

Tontechnik: Ueli Karlen; Regie: Isabel Schaerer

«Nachmittag Schwimmkurs» von Lukas Holliger
Die Liebe in Kriegszeiten ist das Thema des Briefwechsels zwischen einem Basler Jugendlichen und seiner französischen Freundin. Während Frankreich zum Schlachtfeld wird, herrschen in der Schweiz Ruhe und Ordnung. Noch immer wird im Rhein geschwommen, doch die Unruhe steigt. Dann überschreitet die junge Liebe mehr als nur eine Grenze. Nach Motiven der Erzählung «Die Briefe von Isabelle» von Karl Rühmann.

Mit: Anja Schärer (Claire), Julius Schröder (Andreas und Walter), Ueli Jäggi (Grossvater), Janek Holliger (Kind)

Tontechnik: Ueli Karlen; Regie: Margret Nonhoff

«Fenster schliessen! Fenster schliessen!» von Gerhard Meister
Es ist ein historischer Ort: die Spiegelgasse in der Zürcher Altstadt. Hier lebten 1916/17 quasi Tür an die Tür der politische Revolutionär Lenin und jene Revolutionäre der Kunst, die als «Dadaisten» in die Geschichte eingehen sollten. Der revolutionärer Geist jedoch wurde ganz massiv gestört, durch das erfolgreiche Geschäftsgebaren eines weiteren Nachbarn, der Metzger war von Beruf.

Mit: Anette Herbst, Christian Heller, Kamil Krejci und Fabian Müller

Tontechnik: Basil Kneubühler; Musik: Martin Bezzola; Regie: Päivi Stalder

«Teil der Geschichte» von Daniela Janjic
1918, der Grosse Krieg ist fast vorbei und Helene, eine junge Frau, ist im Aufbruch. Sie sucht einen Weg, ein Ziel, eine Mission. Oder zumindest eine Alternative zum Dogma der Schweizer Neutralität. Helene, die gerne selbstbestimmt und ungebunden leben würde wie die Genfer Abenteurerin Isabelle Eberhardt (1877-1904), schreibt einen Brief an den Attentäter von Sarajevo, Gavrilo Princip.

Mit: Jeanne Devos (Helene), Hanspeter Müller-Drossaart (Vater)
Tontechnik: Franz Baumann; Regie: Julia Glaus

Redaktion: Wolfram Höll