«Die Sonne der Sterbenden» von Jean-Claude Izzo

In seinem letzten Roman beschreibt Jean-Claude Izzo noch einmal seine Geburtsstadt Marseille: die Sonnen- und die Schattenseiten dieser faszinierenden Mittelmeer-Metropole. Zugleich erzählt Izzo von einer grossen Liebe. Und das alles mit den Augen eines Obdachlosen.

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Eigentlich verlief Ricos Leben ganz normal: Hochzeit, Kinder, Eigenheim, Job. Er hatte es geschafft. Doch plötzlich ging alles schief, lief das schöne bourgeoise Leben aus dem Ruder. Nun ist er geschieden, seinen Sohn darf er nicht mehr sehen, die Wohnung ist verloren, Rico auf der Strasse, sein Leben verpfuscht.

Als man den Leichnam seines Freundes Titi unter der Bank einer Metro-Station findet und der Pariser Winter sich von seiner kältesten Seite zeigt, beschliesst Rico, in Richtung Süden zu reisen, in die mediterrane Hafenstadt Marseille, die Stadt seiner ersten Liebe. Alle, die ihm auf dieser Reise begegnen, sind vom Leben besiegt worden. Und in Marseille angekommen zeigt sich, dass sich die Vergangenheit nicht zurückholen lässt. Was Rico bleibt, sind seine Erinnerungen und Träume. Und am Leben erhalten ihn einzig seine Sehnsüchte.

«Die Sonne der Sterbenden» erzählt von der verzweifelten Suche nach einer neuen Identität und nach Halt in einer kalten Gesellschaft. Und davon, dass niemand vor Ricos Schicksal gefeit ist.

Mit: Helmut Zierl (Rico/Erzähler), Damon Koshabo (Abdou), Hans-Peter Hallwachs (Titi), Martin Reinke (Dede), Anna Thalbach (Lea), Patricia Harrison (Sophie), Ali Jalaly (Âbdel), Margarita Breitkreiz (Mirjana), sowie: Holger Stolz, Christian Beermann, Peter Schwab, Angelika Fornell, Jochen Kolenda, Ernst August Schepmann, Jean Faure, Mark Zak, Dmitry Alexandrov, Tom Zahner, Rainer Homann

Aus dem Französischen von Ronald Voullié - Bearbeitung: Claudia Wilhelmine Stang - Regie: Claudia Johanna Leist - Produktion: WDR 2005 - Dauer: 51'

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Reto Ott