«Die Tagebücher des Samuel Pepys» von Hannelore Hippe 1/2

Barockes Leben von seiner intimsten Seite: Neun Jahre lang schrieb der Engländer Samuel Pepys sein geheimes Tagebuch. Und schuf damit ein unterhaltsames historisches Dokument von so grosser Wirklichkeitsnähe, das seinesgleichen sucht.

Samuel Pepys macht einer Frau den Hof.
Bildlegende: Samuel Pepys macht Lady Batten den Hof. Gemälde von James Digman Wingfield von 1861 Wikimedia

Wir wissen alles über ihn: ob er Verstopfung hatte oder seine Frau betrog. Wie er sich bestechen liess und sein Fähnlein nach dem politisch günstigsten Wind hing. Er war theatersüchtig und hasste Shakespeare, er schmiss rauschende Partys und vergrub einen ganzen Parmesankäse in seinem Garten, um ihn vor der grossen Feuersbrunst zu schützen.

Samuel Pepys lebte vor rund 450 Jahren in der aufregendsten Zeit der britischen Geschichte: in den Jahren nach Cromwell als man die einst verhassten Stuarts wieder auf den Thron hob, als erst die Pest und kurz darauf das grosse Feuer von London die englische Hauptstadt heimsuchten. Das Grossartige an diesen gnadenlos ehrlichen Tagebucheintragungen ist die Erfahrung, dass wir den jungen ehrgeizigen Mann nicht nur als historische Figur, sondern als Zeitgenossen wahrnehmen, der uns in vielem einen Spiegel vorhält.

Mit: Matthias Matschke, Frauke Poolman, Claudia Mischke

Aus dem Englischen von Georg Deggerich - Musik: Frieder Butzmann - Hörspielfassung: Hannelore Hippe - Regie: Götz Naleppa - Produktion: DLF 2012 - Dauer Teil 1: 54', Teil 2: 43'

Samuel Pepys (1633-1703) war ein britischer Beamter der Admiralität. Er begann am 1. Januar 1660 mit seinem Tagebuch, das er 1669 beendete, weil er befürchtete, bald zu erblinden. Seine Aufzeichnungen vermachte er zusammen mit seiner Bibliothek der Universität von Cambridge, wo sie gut 100 Jahre später zufällig entdeckt wurden.

Frieder Butzmann (geboren 1954 in Konstanz am Bodensee) sammelt Töne, Musiken, Geräusche, Eindrücke. Er weiss aber meistens nicht, ob er daraus Musikstücke, Filmmusiken, Vorträge, Hörspiele oder ganze Opern machen soll. Er spreizt, kürzt, transponiert unermüdlich analoge und digitale Tonaufnahmen bis zur Unkenntlichkeit. Er präsentiert sich einem staunenden Publikum, wann immer es mag.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen auf unserer Internetseite nur einen Ausschnitt des Hörspiels anbieten.

Redaktion: Susanne Heising