«Dr Storch in dr Regierig» von André Roussin

Eine wahrhaft «fruchtbare» Komödie: Wer hat welches Kind von wem? Und wird das Kind ein unstandesgemässes Kind sein müssen? Solche und andere Fragen treiben die Politikerfamilie Hirschi um, die von Familienpolitik erstaunlich geringe Ahnung hat.

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Alain Claude Sulzer, der inzwischen selbst zum geachteten Schriftsteller avancierte Übersetzer dieses Lustspiels, zählt den Meister des französischen Boulevard-Theaters André Roussin zu den witzigsten Nachfolgern von Georges Feydeau.

Manches mag an diesem 1951 uraufgeführten Stück antiquiert wirken. Schliesslich gehörte «die Pille» damals noch ins Reich der utopischen Phantasie. Doch diese brillante, charmante und unwiderstehlich komische Satire über das Familienleben in besseren Kreisen verfehlt auch heute nicht ihre Wirkung.

Mit: Ruedi Walter (Karl Hirschi), Margrit Rainer (Olympia Hirschi), Urs Bihler (Sohn Christoph Hirschi), Verena Leimbacher (Tochter Annie Hirschi), C.F. Vaucher (Grossvater Hirschi)

Mundart-Übersetzung: Alain Claude Sulzer - Regie: Joseph Scheidegger - Produktion: SRF 1971 - Dauer: 76'

André Jean Paul Roussin (19111987) begann 1934 seine Bühnenkarriere als Mitglied der mit einem Freund gegründeten Schauspieltruppe «Le Rideau Gris». Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Schauspieler ein Stückeschreiber, der vorwiegend Boulevardkomödien schrieb. Und das ausgesprochen erfolgreich: Roussin gilt als einer der meistgespielten Dramatiker des französischen Nachkriegstheaters. Sein vermutlich bekanntestes Stück im deutschsprachigen Raum ist «Une femme qui dit la vérité» («Die Schule der Gatten», mit Theo Lingen und Hans Holt verfilmt).

Redaktion: Isabel Schaerer