«Falsch verbunden» von Lucille Fletcher

Mrs. Stevenson will eigentlich nur ihren Mann anrufen. Doch sie wird falsch verbunden - und Zeugin, wie zwei Männer einen Mord planen. Für Stevenson beginnt eine Telefon-Odyssee: Ihr Mann ist nicht zu erreichen, und die Polizei glaubt ihr nicht. Langsam ahnt sie, dass sie das Opfer werden könnte.

Ein altes grünes Telefonmodell mit Drehscheibe.
Bildlegende: Mrs. Stevenson ist ständig falsch verbunden. Flickr/ Esparta Palma

Lucille Fletchers Hörspiel wurde 1943 urgesendet - und wurde prompt zum Klassiker; völlig zu Recht, denn Fletcher erzählt so einfach wie raffiniert, ohne Erzähler, ohne aufwendige Rahmenhandlung. Vor allem aber erzählt Fletcher fürs Hören: in Telefonaten. Die kranke Mrs. Stevenson ist an ihr Bett gefesselt, und kann nirgendwohin mit ihrer Angst. Ob sie beim Störungsdienst, bei der Vermittlung oder bei der Polizei anruft: Nirgendwo kann man ihr helfen, immer wird sie weitergeleitet. Da ist jemand nicht nur am Telefon, sondern mit der Welt falsch verbunden.

Mit: Brigitte Horney (Mrs. Elbert Stevenson), Adolf Spalinger (erste männliche Stimme), Hans Berg (zweite männliche Stimme), Diana Elisabeth Teutenberg (Auskunft), Tilli Breidenbach (Störungsdienst), Monika Gubser (Aufsicht) u.a.

Aus dem Englischen von Heinz Liepmann - Regie: Kurt Bürgin - Produktion: SRF 1954 - Dauer: 40'

Lucille Fletcher wurde 1912 in New York geboren. 1934 begann sie, für den amerikanischen Rundfunk CBS zu arbeiten, zunächst als Bibliothekarin und Maschinenschreiberin. Beim Abtippen von Hörspielmanuskripten sei sie der Form auf die Schliche gekommen, sagt man. Fletcher wurde zu einer erfolgreichen Autorin von Hörspielen - neben «Falsch verbunden» wurde «The Hitch-Hiker» (in der Orson Welles Show 1941) zum Klassiker - und Romanen («Mit verbundenen Augen» 1960). Fletcher verstarb im Jahr 2000.

Redaktion: Wolfram Höll