«Fred und Franz» von Arno Camenisch

Sie hängen herum, an der Bar, in der Stadt, am Küchentisch. Sie philosophieren über Gott, die Welt und die Frauen, lösen Kreuzworträtsel, schauen Skirennen, fischen im Rhein: die liebenswerten Antihelden Fred und Franz; zwei schräge Vögel wie aus einem Film von Aki Kaurismäki oder Jim Jarmusch.

Arno Camenisch
Bildlegende: Arno Camenisch Keystone

Nach seiner Dorftrilogie mit «Sez Ner», «Hinter dem Bahnhof» und «Ustrinkata» ist dem Bündner Autor Arno Camenisch 2013 mit «Fred und Franz» ein wunderbares Kabinettstück gelungen.

Verschroben, schelmisch, poetisch, melancholisch sind die beiden Protagonisten Fred und Franz. Das skurrile Narrengespann ist hier nicht mehr lokal verankert wie die Figuren in den früheren Erzählungen von Camenisch. Sie können uns ebenso in der Stadt begegnen wie in der Provinz, im bündnerischen Bergdorf oder im Zürcher Kreis 4. Was sie auszeichnet ist die Sprache.

Arno Camenisch erweist sich einmal mehr als ein hellhöriger Seismograph, der die musikalischen, klanglichen, rhythmischen Bewegungen der Sprache gekonnt und kunstvoll einsetzt.

Mit: Kurt Grünenfelder (Fred), Beat Marti (Franz), Ueli Jäggi (Sprecher)

Musik: Malte Preuss - Mundharmonika: Jan Hartmann; Gitarren, Computer Programming und Mix: Malte Preuss - Hörspielfassung: Arno Camenisch - Regie: Geri Dillier - Produktion: SRF 2014 - Dauer: 51'

Das Hörspiel steht während 30 Tagen nach der Ausstrahlung zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Julia Glaus