Hörspiel-Premiere: «Paris. Eine Liebe» von Urs Faes

Ein Mann kehrt zurück nach Paris, auf den Spuren einer vergangenen Liebe. 30 Jahre später durchmisst er die Stadt als Erinnerungsraum. Es entspinnt sich ein Dialog zwischen dem Ich von damals und dem Er von heute, und umgekehrt. Die Hauptrolle teilen sich Joel Basman und Robert Hunger-Bühler.

Robert Hunger-Bühler und Joel Basman im Hörspielstudio.
Bildlegende: Robert Hunger-Bühler und Joel Basman im Hörspielstudio. SRF

Im Winter 1971 folgt der Zürcher Student Eric seiner grossen Liebe Claudine nach Paris. Bei seiner Ankunft an der Gare de lEst ahnt er noch nicht, dass sie sich bereits einem anderen zugewandt hat. Umso grösser ist die Enttäuschung, als sie ihn, fast beiläufig, aus ihrem Leben streicht. Das Gefühl von Schmerz und Verlust wirkt lange nach, bis in die Jetztzeit im Herbst 2001, als Eric wieder durch die Strassen von Paris streift. Und auch wenn sich, wie in seinem Leben, im Stadtbild vieles verändert hat: Eric findet sich wieder und verliert sich wie damals, an all den Orten, in all den Bildern, die von der Liebe markiert sind. Bis ihm schliesslich Claudine wiederbegegnet.

Gemeinsam mit dem russischen Avantgarde-Komponisten Dmitri Kourliandski hat der Regisseur Jean-Claude Kuner eine vielschichtige Hörspiel-Partitur geschaffen: Die Welthauptstadt der Liebe wird zum Klangraum für die 2012 erschienene Erzählung von Urs Faes. «Im Hörspiel wird das Schwebende, auch bruchstückhaft Zufällige jeder Wahrnehmung offensichtlich. Aber eben auch der Erinnerung, die gesichert scheint und sich als Fiktion erweist, als, im Sinne Freuds und Lacans, nachträglich (und vielleicht gar willkürlich) geformt.» (Urs Faes)

Mit: Joel Basman, Robert Hunger-Bühler und Josephine Dusol

Musik: Dmitri Kourliandski - Hörspiel-Bearbeitung und Regie: Jean-Claude Kuner - Produktion: SRF/RBB 2015 - Dauer: 54'

Urs Faes, geboren 1947 in Aarau, lebt als freier Schriftsteller in Zürich. Zu den bekanntesten seiner zahlreichen Romane gehören «Und Ruth», «Liebesarchiv» und zuletzt «Sommer in Brandenburg».

Dmitri Kourliandski, geboren 1976, studierte am Moskauer Konservatorium und ist einer der am meisten beachteten Exponenten von Neuer Musik der Gegenwart. Neben Solo-, Ensemble- und Orchesterwerken schreibt er Opern und Filmmusik. Für «Paris. Eine Liebe» komponierte er seine erste Hörspiel-Musik.

Jean-Claude Kuner, 1954 geboren in Basel, lebt in Berlin und arbeitet seit 1990 als freischaffender Autor und Regisseur für Feature und Hörspiel. Seine Radio-Arbeiten sind mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt das Duett «Traumrollen» als Hörspiel des Jahres 2013. «Paris. Eine Liebe» ist seine erste Hörspiel-Produktion für SRF.

Diese Produktion dürfen wir Ihnen aus urheberrechtlichen Gründen für 30 Tage zum Nachhören zur Verfügung stellen.
Das Hörspiel ist im CMV als Hörbuch erschienen und kann u.a. im SRF Shop bestellt werden.

Redaktion: Reto Ott