«Ich zerreisse dich wie einen Fisch - Franz Kafka und sein Vater»

«Kafkaesk» - das viel zitierte Wort leitet sich ab aus der Grundstimmung von Franz Kafkas literarischem Werk. Es meint eine diffuse und absurde Erfahrung von Angst, Schuld und Entfremdung, ein Ausgeliefertsein an anonyme Mächte und Autoritäten. Eine Hörcollage von Geri Dillier.

Originalbrief von Franz Kafka
Bildlegende: Originalbrief von Franz Kafka EPA/STEPHANIE PILICK

Die autoritäre Vaterfigur spielt bei Franz Kafka eine zentrale Rolle. Ob und wie weit es sich dabei um den realen Vater von Franz Kafka oder um eine literarische Überhöhung handelt, ist in der Kafka-Forschung umstritten.

Sicher ist, dass es einen realen Brief von Franz Kafka an seinen Vater gibt, den dieser aber nie zu Gesicht bekommen hat. Darin kommt Kafkas belastetes Vaterbild ausführlich zur Sprache: sein von Demütigungen, Angst, Rechtfertigungen und Schuldgefühlen geprägtes Verhältnis zum Vater.

Das Hörspiel stellt den «Brief an den Vater» ins Zentrum und bringt ihn in Bezug zu den Erzählungen «Die Verwandlung» und «Das Urteil» sowie zu Tagebuchaufzeichnungen und Briefen von Franz Kafka.

Die Stimme des Vaters wird vom kürzlich verstorbenen Schauspieler Ingold Wildenauer verkörpert.

Mit: André Jung (Franz Kafka), Ingold Wildenauer (Vater), Desirée Meiser (Milena Jesenska), Klaus Degenhardt (Erzähler)

Bearbeitung und Regie: Geri Dillier - Musik: John Wolf Brennan - Produktion: SRF 2001 - Dauer: 38'

Redaktion: Geri Dillier