«Leben nach Noten» von Michael Stauffer

Michael Stauffer hat den gepflegten Diskurs der Kulturmedien unter die Lupe genommen: Er hat eine Radiosendung erfunden, in der ein einfühlsamer Moderator junge Komponistinnen und Komponisten vorstellt und ausschnittweise auch deren Werke, und zwar in der Live-Interpretation eines Kammerensembles.

Michael Stauffer nimmt den gepflegten Diskurs über klassische Musik unter seine ironisch-scharfe Lupe.
Bildlegende: Michael Stauffer nimmt den gepflegten Diskurs über klassische Musik unter seine ironisch-scharfe Lupe. Keystone

Stauffers Hörspiel entstand 2007, als die klassische Musik (neben dem Jazz) noch in unbestrittenem Monopol als Sound schlechthin des Kulturellen stand. Das hat sich inzwischen geändert und andere Musik-Provenienzen stehen gleichberechtigt im Programm. Geblieben aber ist das senderasterfüllende Reden über die Künste mit unterschiedlich bedeutsamem Inhalt.

Mit: Hans Schenker (Moderator), Christine Gross (Komponistin) Christian Ahlers (Komponist), Hans-Peter Pfammatter (Piano u. andere Instrumente), Ursula Kleeb (Flöte)

Musik: Hans-Peter Pfammatter - Tontechnik: Aldo Gardini - Regie: Michael Stauffer - Produktion: SRF 2007 - Dauer: 52'

Michael Stauffer, 1972 in Winterthur geboren, wuchs in Frauenfeld auf und wandte sich nach einer Ausbildung zum Lehrer der freien Schriftstellerei zu. Der Stil des Autors wird bereits deutlich, wenn man aus den Titeln seiner Werke nur schon in Auswahl eine Liste macht, zum Beispiel aus den Buchtiteln: «Haus gebaut, Kind gezeugt, Baum gepflanzt - So lebt ein Arschloch. Du bist ein Arschloch.» (2004), «Normal. Vereinigung für normales Glück» (2006), «Alles kann lösen» (2013), «Ansichten eines alten Kamels» (2014) und aus den über zehn Titeln der für SRF produzierten Hörspiele: «Gartenproletarier» (2001), «Die Socken machen» (2002), «Die Tierstunde», «Wart du nur, du» (2005), «Mein Motto Mutter» (2008), «Hinduhans» (2010), «Ich begrüsse mich ganz herzlich» (2011), «Kanu fahren ohne Paddel» (2012), «Gottesteilchen» (2013).

Hans-Peter Pfammatter, geboren 1974 in Sitten, ist Komponist und Musiker im Bereich «piano, synths&electronics». Seine Ausbildung hat er an der Musikhochschule Luzern bei Simon Nabatov absolviert. Er konzertiert regelmässig in der Schweiz und in ganz Europa mit eigener Formation und als Sideman in anderen Formationen.

Redaktion: Claude Pierre Salmony