«Maria Magdalena» von Friedrich Hebbel

Eine Familie wird urplötzlich an den Rand des Abgrunds getrieben. Zwar gilt der Sohn schon immer als Querulant - und als er des Diebstahls bezichtigt wird, glaubt nicht nur der Vater an seine Schuld. Doch auch die sonst so fromme Tochter verbirgt ein Geheimnis, das Leib und Leben kosten wird.

(Symbolbild)
Bildlegende: Friedrich Hebbel, gemahlt von Carl Rahl.

Mit «Maria Magdalena» läutete Friedrich Hebbel 1843 das Ende des bürgerlichen Trauerspiels ein. Dieser packenden Familiengeschichte sollten in Zukunft soziale Dramen aus dem proletarischen Milieu folgen. Ausgehend von einer einfachen Schreiner-Familie, entwickelt Hebbel eine kraftvolle, dramatische und spannende Geschichte von wahrhaft tragischer Grösse.
«Es war meine Absicht», sagte Friedrich Hebbel von diesem Stück, «das bürgerliche Trauerspiel zu regenerieren und zu zeigen, dass auch im eingeschränktesten Kreise eine zerschmetternde Tragik möglich ist, wenn man sie nur aus den rechten Elementen, aus diesem Kreise selbst angehörigen, abzuleiten versteht».

Dieser Geschlossenheit verdankt das Trauerspiel, das auf Eindrücke des Dichters aus seiner Münchner Zeit zurückgeht, seine zeitlose Gültigkeit. Die Berner Hörspielinszenierung von 1951 macht das mit ihrem - für heutige Ohren - akustischem «Retro-Charme» nur umso deutlicher.

Mit: Johannes Steiner (Meister Anton, ein Tischler), Margarete Hoff (seine Frau), Lilian Westphal (Klara, seine Tochter), Hans Gaugier (Karl, sein Sohn), Adolf Spalinger (Leonhard), Paul Bösiger (ein Sekretär), Raoul Alster (Wolfram, ein Kaufmann), Georg Mark-Szimeg (Adam, ein Gerichtsdiener), Walter Sprünglin (ein zweiter Gerichtsdiener), Toni von Tuason (Magd), Felix Klee (Ein Kanzlist)
Klee Felix

Hörspielfassung: Richard Pfaff - Regie: Kurt Bürgin - Produktion: SRF 1951 - Dauer: 87'

Redaktion: Johannes Mayr