«Nachwehen» von Mike Bartlett

Auf der einen Seite Arbeitnehmer, die sich mit ihrem Unternehmen identifizieren wollen - oder sollen. Auf der anderen: Konzerne, die ihre Untergebenen wie Maschinen regeln und reglementieren, um das Maximum herauszuholen. In diesem Spannungsfeld bleiben Persönlichkeitsrechte oft auf der Strecke.

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Emma hat eine neue Stelle angetreten. In regelmässigen Gesprächen im Plauderton informiert sich ihre Vorgesetzte über etwaige Probleme. Diese Managerin bleibt namenlos, ganz neutrale Repräsentantin des Systems. Wie eine Schülerin lässt sie Emma die Firmenregeln vorlesen, um sie ihr einzuprägen. Alles scheint in dieser Firma reglementiert, selbst die Romantik findet eine Definition. Emma verliebt sich. Sie bricht die erste Regel - keine Liebesverhältnisse unter Kollegen –, der Alptraum beginnt.

Was ist man bereit, für einen sicheren Arbeitsplatz in Kauf zu nehmen? Jeden Tag erreichen uns neue Meldungen über Massenentlassungen und Firmenpleiten. In dieser Situation wird Unterordnung nur allzu oft zum Überlebensprinzip. Und die Persönlichkeit, das private Leben, wird Opfer einer menschenverachtenden Firmenideologie, die als Mitarbeiterpflege verkauft wird.

Mit: Susanne-Marie Wrage (die Managerin) und Yvon Jansen (Emma)

Aus dem Englischen von Lorenz Langenegger - Musik: Philipp Schaufelberger - Tontechnik: Jack Jakob - Regie: Stephan Heilmann - Produktion: SRF 2010 - Dauer: 48'

Redaktion: Susanne Janson