«Nie mehr warten» von Dietmar Dath und Thomas Weber

Im Frühjahr 1917 kommt Lenin aus dem Exil nach Russland zurück und macht deutlich, dass die Revolution, die das Regime des Zaren gestürzt hat, ihm nicht genügt. Die «Februarrevolution» war für ihn nur das Vorspiel einer gewaltigen Umwälzung hin zum Sozialismus.

Portrait von Dietmar Dath
Bildlegende: Dietmar Dath wurde 1970 in Rheinfelden geboren. imago / Hoffmann

In der historischen Situation zwischen Februar und Oktober 1917 gibt es drei Standpunkte: Stimme A will nie mehr warten, bis die Gelegenheit da ist, eine völlig neue Gesellschaftsgeschichte zu beginnen. Stimme B will nie mehr warten, bis endlich das friedliche und gesetzmässige, ruhige und freie Leben beginnt, also die Zeit von Krieg und Aufstand vorbei ist. Stimme C will nie mehr auf den Moment warten, an dem sich zeigt, welche der beiden anderen Haltungen die unbezweifelbar richtige ist. Eine besondere, geheimnisvolle Rolle spielen Briefe Lenins an seine Geliebte Inessa Armand, deren zwischen den Zeilen verborgener zweiter Text sich im Drama «Nie mehr warten» als eine Art Song herausstellt.

Mit: Effi Rabsilber, Christian Redl, Martin Rentzsch und Susanne-Marie Wrage

Musik: Kammerflimmer Kollektief (Heike Aumüller, Johannes Frisch & Paul Lovens) - Komposition: Thomas Weber - Regie: Iris Drögekamp und Thomas Weber - Produktion: SWR 2017 - Dauer: 49'

Dietmar Dath wurde 1970 in Rheinfelden (D) geboren. Er lebt als Schriftsteller, Übersetzer, Musiker und Publizist in Freiburg und Frankfurt a. M. Er war verantwortlicher Redakteur des Magazins für Popkultur «Spex» (1998–2000) und ist derzeit Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dietmar Dath hat zahlreiche Romane, Theaterstücke, Sachbücher, Hörstücke und Gedichte veröffentlicht.

Thomas Weber, geboren 1969 in Karlsruhe, gründete 1996 das Musikprojekt «Kammerflimmer Kollektief». Als Musiker, Produzent und Komponist arbeitet er in akustischen und elektronischen Kontexten. Daneben realisiert er Hörspiele und Filmmusiken. Thomas Weber spielt mit Dietmar Dath, Heike Aumüller und Johannes Frisch seit 2011 auch in der Avant-Rock-Band «The Schwarzenbach».

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Redaktion: Johannes Mayr