Premiere «Bei Betty» von Jan Decker

München, Stunde null. Die Stadt liegt in Trümmern. Auf dem Schwarzmarkt werden Kunstwerke gegen Zigaretten getauscht, in improvisierten Stehausschänken tummeln sich zwielichtige Gestalten. Die Vergangenheit: fragwürdig. Die Zukunft: ungewiss. Für Wolfgang Koeppen der ideale Stoff für einen Film.

Ein Tram fährt durch die Innenstadt Münchens, 1964.
Bildlegende: Wolfgang Koeppens Leben gerät im Nachkriegs-München selbst zum Film. Imago/ Gerhard Leber

Die Nachkriegswelt der Schlepper und Schnapper inspiriert Wolfgang Koeppen zu seinem Drehbuch «Bei Betty». Es soll ein ungeschönter, realistischer Krimi werden, der die Schmonzetten und Propagandafilme der Nazizeit hinter sich lässt. Doch Koeppens Leben gerät selbst zu einem Film: Die Beziehung mit der alkoholkranken Marion eskaliert, die neuen Filmproduzenten fordern heitere Filme - und auch die Geister der Vergangenheit lassen Koeppen keine Ruhe.

Mit: Till Kretzschmar (Wolfgang Koeppen), Sophia Löffler (Marion Ulrich), Siegfried Terpoorten (Walter Nepomuk), Silvester von Hösslin (Heribert Ginster), Albert Liebl (Lothar Brandt), Patrick Blank (Paul Thomsen), Thomas Douglas (Mr. Zetkow), Dirk Glodde (Heinz) und Juliane Lang (Friederike Thomsen/Manon Gablé). Sowie im Originalton: Jörg Döring, Peter Goedel, Werner Fritsch, Annemarie Kunzmann und Asta Scheib

Tontechnik: Tom Willen - Regie: Johannes Mayr - Produktion: SRF 2015 - Dauer: 67'

Jan Decker, geboren 1977 in Kassel. Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig (DLL). Autor, Dramatiker, Essayist, Literaturwissenschaftler. Theaterstücke mit Uraufführungen am Staatstheater Nürnberg und dem Theater Vorpommern. Zahlreiche Hörspiele und Features.

Redaktion: Johannes Mayr