«Radio till you drop» von Michael Stauffer

«Radio till you drop» kämpft im Mediendschungel als Privatsender ums Überleben. Und eben hat sich das kleine Unternehmen eine neue Sendeform verpasst, die sich nach dem aktuellen medienwissenschaftlichen Trend richtet, nach dem IHTB (INTERACTIVE HUMAN TOUCH BROADCASTING).

Ein altmodisches Radiogerät.
Bildlegende: Bei «Radio till you drop» machen die Hörer das Programm. Keystone

Das interaktive Programmangebot besteht ausschliesslich aus Telefongesprächen mit den Hörerinnen und Hörern. Diese machen eigentlich das Programm natürlich zusammen mit der Moderatorin Anette. Das schafft den richtigen Rahmen für lustige Spiele, Werbespots und für den Direktverkauf über den Sender, damit das Publikum ausgepresst werden kann wie eine Zitrone. Und es spart erst noch Kosten für teure journalistische Sendungen. In den ersten Tagen mit dem neuen Format steht Udo als Redaktor Anette bei. Die taffe Frau am Mikrophon käme eigentlich ganz gut alleine zurecht - wenn das neue Sendekonzept in allen Punkten funktionieren würde, und wenn es ihr nicht gegen den Strich ginge.

Mit: Anette Herbst (Anette, Moderatorin), Klaus Brömmelmeier (Udo, Redaktor), Christoph Müller (Rob), Sonja Caruso (Claudia), Vincent Leittersdorf (Tom), Susanne-Marie Wrage (Johanna), Katharina von Bock (Hanna), Iris Erdmann (Berta), Christian Ahlers (Christian), Bettina Hoppe (Bettina), Siggi Schwientek (Martin), Jörg Schröder (Torsten, genannt Tossy), Sebastian Rudolph (Andy), Barbara Falter (Doris), Kristian Krone (Michi), sowie Mignon Lamielle, Katharina Dorp, Viola Koch, Marco Geiger und Karl Atteln (Stimmen der Werbespots)

Musik und Sounddesign: Karl Atteln - Tontechnik: Tom Willen - Regie: Claude Pierre Salmony - Produktion: SRF 2006 - Dauer: 65'

Michael Stauffer, 1972 in Winterthur geboren, wuchs in Frauenfeld auf und wandte sich nach einer Ausbildung zum Lehrer der freien Schriftstellerei zu. Der Stil des Autors wird bereits deutlich, wenn man aus den Titeln seiner Werke nur schon in Auswahl eine Liste macht, zum Beispiel aus den Buchtiteln: «Haus gebaut, Kind gezeugt, Baum gepflanzt - So lebt ein Arschloch. Du bist ein Arschloch.» (2004), «Normal. Vereinigung für normales Glück» (2006), «Alles kann lösen» (2013), «Ansichten eines alten Kamels» (2014), und aus den über zehn Titeln der für SRF produzierten Hörspiele: «Gartenproletarier» (2001), «Die Socken machen» (2002), «Die Tierstunde», «Wart du nur, du» (2005), «Mein Motto Mutter» (2008), «Hinduhans» (2010), «Ich begrüsse mich ganz herzlich» (2011), «Kanu fahren ohne Paddel» (2012), «Gottesteilchen» (2013).

Karl Atteln (* 1973) ist freier Musiker, Toncutter und Sounddesigner bei Film, Fernsehen und Radio.

Redaktion: Claude Pierre Salmony