«Radio» von Blablabor

Radio ist gut, wenn man es nicht hört. Der nahende Abschalttermin von UKW ist für «Blablabor» Anlass für einen Abgesang auf das gute alte Radio.

Foto von einem Radio-Mikrofon
Bildlegende: Radio ist gut, wenn man es nicht hört. Keystone

Die einzige Person im Hörspiel «Radio» ist ein alter Mann. Er sitzt in nicht ferner Zukunft in einem Tonstudio. Nachdem der letzte Radiosender sein Programm im analogen Ultrakurzwellen-Bereich eingestellt hat, bleibt die umfangreiche Sammlung von Kofferradios, die sich der Mann über die Jahre zugelegt hat, stumm und verwaist. Nutzlos. Doch noch einmal dreht er an den Schaltern und Reglern seines Senders, macht Radio. Ob ihn jemand hört? - Hallo? - Wahrscheinlich nicht. So erzählt und singt er ohne Rücksicht ins Off. Und niemand hört zu.

Das neue Hörspiel des freien Produzentenkollektivs «Blablabor» (Annette Schmucki und Reto Friedmann) geht der Frage nach, ob durch die endgültige Umstellung von UKW auf DAB mit dem Radiorauschen das ganze Medium aus der Welt verschwinden wird.

Mit: Jaap Achterberg (Sprecher und Gesang) und Stephan Wittwer (Gitarre)

Konzeption, Text, Musik und Regie: Annette Schmucki und Reto Friedmann - Produktion: Blablabor 2017 - Dauer: 41

Reto Friedmann, 1965 in Niederuzwil geboren, studierte Theologie und Religionswissenschaft, macht als Radiokünstler freie Hörspielproduktionen für verschiedene öffentlich-rechtliche und nichtkommerzielle freie Radiosender. Er ist Mitinitiator von «Reiseradio» und «SO21 Kunstradio» und war Betriebsleiter von «Klipp & Klang Radiokurse». Er realisiert Klanginstallationen und hat Schriften herausgegeben. Sein Hauptinteresse gilt der Erfindung von Wörtern und dem Klang der Sprache.

Annette Schmucki, 1968 in Zürich geboren, hat bei Cornelius Schwehr und Mathias Spahlinger Komposition studiert. Sie war langjähriges Mitglied der «AG Fabrikkomposition» in der Roten Fabrik Zürich. Neben der kompositorischen Tätigkeit ist sie Teil der Kollektive «Blablabor», «Band» (mit Petra Ronner) und «Die sieben Schweinsschwestern» (mit Maria Gasche). Sie arbeitet mit Sprache als Musik.

Redaktion: Mark Ginzler