«Rauschunterdrückung. Ein Aufnahmezustand» von Ulrich Bassenge

Vier Musiker kämpfen mit sich und den Gesetzen des Marktes. Jahre nach ihrem ersten Auftritt in «Bier auf dem Teppich» wagt die Band ohne Namen ein Comeback: gegen die Fliehkräfte des Alters, die prekären Arbeitsbedingungen und die Ästhetik des Mainstreams.

Nach verflixten sieben Jahren trommelt Gitarrist Hannes seine ehemalige Band erneut zusammen. In einem abrissreifen Hörspielstudio hat er eine Aufnahmesession gebucht und nun will er mit Unterstützung seines Freundes und Produzenten Ludwig aus den alten Songs marktfähige Hits basteln. Sänger JJ, Bassist Georg und Schlagzeuger Yogo haben die Jahre in unterschiedlichen Musikprojekten gearbeitet und setzen alles auf eine Karte.

Doch schon in den ersten Proben kristallisieren sich die Konflikte heraus. Zu tief sind die Gräben zwischen Kunstanspruch und Kommerz. Der Zahn der Zeit nagt: nicht nur am Selbstwertgefühl und den materiellen Existenzen, sondern auch an der psychischen Belastbarkeit der Bandmitglieder. Obendrein torpediert der merkwürdige Studiobesitzer Stauffer eine konstruktive Arbeitsatmosphäre. Dann betritt noch Influencerin Mona als Agentin der Plattenfirma das Parkett und die Ereignisse überstürzen sich.

«Rauschunterdrückung. Ein Aufnahmezustand» ist das Sequel zur Hörspielproduktion «Bier auf dem Teppich», die Ulrich Bassenge 2012 für den WDR realisiert hat. Auch dieses «verschärfte Menschenexperiment» entstand auf der Basis sprachlicher und musikalischer Improvisationen im Aufnahmestudio.

Mit: Johannes Mayr (dem Gitarristen), JJ Jones (dem Sänger), Georg Karger (dem Bassisten), Yogo Pausch (dem Trommler), Mona Petri (der Influencerin), Michael Stauffer (dem Studiobesitzer), Ulrich Bassenge (dem Produzenten) und Bernhard Jugel (dem Plattenboss)

Tontechnik: Daniel Dietmann, Sebastian Nohl und Benno Müller vom Hofe - Musik und Regie: Ulrich Bassenge - Produktion: WDR/SRF 2019 - Dauer: 53'

Redaktion: Susanne Janson