«Silber gegen Ende» von The Schwarzenbach

Ein Maler singt und spricht, weil seine Kunst ihn an eine Grenze geführt hat, an der Bilder ihm nicht mehr weiterhelfen. Die Liebe hat ihn verletzt. Er traut den Menschen nicht mehr. Jetzt verliebt er sich in «die Farbe» selbst, und wundert sich, weil es die als Person gibt.

Drei Personen, komplett in Alufolie eingewickelt, stehen vor einer grünen Wand.
Bildlegende: The Schwarzenbach bestehen aus dem Kammerflimmer Kollektief (im Bild) und dem Autoren Dietmar Dath. Kammerflimmer Kollektief

Sie hören aufeinander, streiten sich und machen einander grosse Versprechen. Sie finden sich schliesslich in Liedern. Die Widersprüche, zwischen Kunst und Kommunikation, Leinwand und Internet, Markt und Freiheit werden nicht gelöst, aber man erreicht einander. Schweigen mag Gold sein, aber Reden, das man Silber nennt, ist ein Weg, der Leute retten kann.

«Silber gegen Ende» erzählt eine Geschichte aus gesprochenen und gesungenen Begegnungen, die Dialoge des Hörspiels sind direkt an ein Gegenüber gerichtet und entdecken dabei doch, dass sie überraschenderweise auch gültige Dinge sagen können, die für viel mehr Angesprochene wichtig sind als nur für dieses Gegenüber.

The Schwarzenbach sind: das Karlsruher Free-Form-Projekt Kammerflimmer Kollektief und der Schriftsteller, Journalist und ehemalige «Spex»-Chefredakteur Dietmar Dath. Der Autor lässt seine Texte frei, damit sie sich im Revier der drei musikalischen Gespenster bewegen können.

Den Namen «The Schwarzenbach» wählte man zu Ehren der lesbischen Schriftstellerin und Journalistin Annemarie Schwarzenbach (1908 bis 1942), die so schön war wie ihre einerseits transparente, andererseits tief geheimnisreiche Sprache.

Mit: The Schwarzenbach - Musik: The Schwarzenbach - Regie: Johannes Mayr und Thomas Weber - Produktion: SRF 2014 - Dauer: 54'

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Redaktion: Johannes Mayr