«Silber gegen Ende» von und mit The Schwarzenbach

Ein Maler singt und spricht, weil seine Kunst ihn an eine Grenze geführt hat, an der Bilder ihm nicht mehr weiterhelfen. Die Liebe hat ihn verletzt. Er traut den Menschen nicht mehr. Jetzt verliebt er sich in «die Farbe» selbst, und wundert sich, weil es die als Person gibt.

Wenn der Maler sich nicht nur in sein Bild, sondern in «die Farbe» selbst verliebt.
Bildlegende: Wenn der Maler sich nicht nur in sein Bild, sondern in «die Farbe» selbst verliebt. Imago/UIG

Der Maler dachte, die Person wäre nur eine Idee. Aber sie spricht mit ihm und sagt ihm, dass sie blind ist. Sie hören aufeinander, streiten sich und machen einander grosse Versprechen. Sie finden sich schliesslich in Liedern. Die Widersprüche, zwischen Kunst und Kommunikation, Leinwand und Internet, Markt und Freiheit werden nicht gelöst, aber man erreicht einander - Schweigen mag Gold sein, aber Reden, das man Silber nennt, ist ein Weg, der Leute retten kann.

Musik: The Schwarzenbach - Regie: Johannes Mayr und Thomas Weber - Produktion: SRF 2014 - Dauer: 54'

The Schwarzenbach sind: das Karlsruher Free-Form-Projekt Kammerflimmer Kollektief und der Schriftsteller, Journalist und ehemalige Spex- Chefredakteur Dietmar Dath.

Den Namen «The Schwarzenbach» wählte man zu Ehren der lesbischen Schriftstellerin und Journalistin Annemarie Schwarzenbach (1908 bis 1942), die so schön war wie ihre einerseits transparente, andererseits tief geheimnisreiche Sprache.

Die Produktion ist seit kurzem auch als CD im Handel erhältlich. Deshalb können wir Ihnen das Hörspiel ab Sendedatum für nur einen Monat im Internet zum Nachhören und Download zur Verfügung stellen.

Redaktion: Johannes Mayr