«We d'Sunne abegeit isch für Teil Lüt o no Büroschluss» von Elfriede Jelinek

Das Jelinek-Hörspiel von 1974 ist heute noch verblüffend aktuell, denn noch immer gilt: «Das Leben ist wie ein Heftli-Roman.» Oder etwa nicht?

Elfriede Jelinek (2004)
Bildlegende: Elfriede Jelinek (2004) Keystone

Gabi ist ein Durchschnittsmädchen. Sie hat einen knabenhaften Körper und ist Verkäuferin in einem Warenhaus. Markus ist ein gestandener Mann, unverheiratet und reich. Was als bitterzarte Romanze beginnt, entwickelt sich zur tragischen Verbindung und nimmt ein jähes Ende.

Mit dem virtuos aus sprachlich-musikalischen Mustern des Trivialgenres komponierten Hörspiel begann vor mehr als 45 Jahren die Laufbahn der österreichischen Schriftstellerin Elfriede Jelinek. Schon ganz zu Beginn ihrer Karriere hat Jelinek Texte für das Medium Radio geschrieben. Und bereits da wurde hörbar, wie die spätere Nobelpreisträgerin mit Stimmen, Gestimmtheiten und Zwischentönen spielt. Das funktioniert sogar auf Berndeutsch ganz wunderbar.

Mit Ariane Roggen (Gabi), Peter Arens (Markus), Rosemarie Wolf (Freundin), Susi Aeberhard (Reporterin), Georges Pilloud (Moderator), Richard Matusczyk (Wirt), Attilio Gasparini (Arzt) u.a.

Berndeutsche Übertragung: Susi Aeberhard - Regie: Amido Hofmann - Produktion: SRF 1974 - Dauer: 48'

Das Hörspiel kann bis am 28.11.2018 nachgehört werden.

Redaktion: Simone Karpf