«Wir hatten Geschlecht, aber ich kam nicht!»

Die Clinton/Lewinsky-Protokolle adaptiert von einem Übersetzungscomputer.

Porträt.
Bildlegende: Monica Lewinsky vor dem Prozess. Keystone

Die Lewinsky-Affäre war der Aufreger im Jahr 1998: wie US-Präsident Bill Clinton seine Beziehung zur Praktikantin Monica Lewinsky leugnete, unterhielt die ganze Welt. Für das Hörspiel wurden Lewinskys Aussagen mit dem Yahoo-Übersetzer maschinell übersetzt, kongenial vorgetragen von Ueli Jaeggi.

Eine Zigarre, ein blaues Kleid mit Flecken, der feine Unterschied zwischen passivem und aktivem Oralsex: von der Lewinsky-Affäre sind nur einige Bilder und Schlagwörter hängengeblieben. Das Hörspiel «Wir hatten Geschlecht» erzählt noch eine andere Geschichte: eine tragische Liebesgeschichte. Ob durch die absurde Übersetzung, oder die Gleichförmigkeit der Gerichtsaussagen: Gerade in der Verfremdung erkennt man das Bild einer Liebe, die nur wenig Platz hatte im Weissen Haus: im Korridor zwischen Oval Office und Bad. Bis irgendwann gar kein Platz mehr da war.

Mit: Ueli Jäggi

Aus dem Amerikanischen von Babel Fish - Musik: Christoph Homberger, Clemens Sienknecht - Bearbeitung: Oliver Held - Redaktion: Peter Bissegger, Fritz Zaugg - Produktion: SRF 1998 - Dauer: 43'

Bill Clinton wurde 1946 in Hope, Arkansas geboren. Der Demokrat war von 1993 bis 2001 Präsident der USA. Clinton verfasste mehrere Bücher, unter anderem: «Mein Leben» (2004) und «Giving: How each of us can change the world» (2007). Für das Hörbuch zu «My Life» erhielt er einen Grammy.

Monica Lewinsky wurde 1973 in San Francisco geboren. Nach dem Studium der Psychologie arbeite sie im Weissen Haus und im Pentagon. 2006 erwarb sie einen Master in Sozialpsychologie an der London School of Economics. Mit Andrew Morton schrieb sie «Monica Lewinsky. Ihre wahre Geschichte» (1999).

Babel Fish war eine Webanwendung von Yahoo zur automatischen Übersetzung von Texten. Der Name war eine Anlehnung an den Babelfisch aus Douglas Adams Roman «Per Anhalter durch die Galaxis». Ab 1997 war er verfügbar, am 30. Mai 2012 stellte Yahoo den Dienst ein. Er übersetzte Wörter, Texte und ganze Webseiten maschinell.

Redaktion: Wolfram Höll