«Xaver Z'Gilgen» von Otto Höschle frei nach Carl Spitteler

Die Geschichte, die im 17. Jahrhundert spielt, handelt von Fremdenhass, Bigotterie und politischen Intrigen. Xaver Z'Gilgen, Schiffsmann und Knecht zu Brunnen, lernt in der Leventina die temperamentvolle Speranza kennen. Die beiden verlieben sich, heiraten und ziehen gemeinsam in die Innerschweiz.

Im Talkessel von Schwyz löst «die rassige schwarze Hex aus dem Ennetbirgischen» allerhand Anzüglichkeiten und rassistische Beschimpfungen aus. Z'Gilgen, der nicht bereit ist, das Gerede über seine Frau zu akzeptieren, setzt sich zur Wehr. An der Fasnacht spitzt sich die Geschichte zu, es kommt zum Gewaltausbruch. In der Folge beginnt sich Z'Gilgen zu politisieren und legt sich mit Staat und Kirche an.

Höschle hat von Spitteler nur das zentrale Motiv übernommen, die Geschichte und die Figuren aber frei erfunden. Das Hörspiel hat mit seinen knappen, zugespitzten und farbigen Szenen eine starke Sogwirkung und geizt trotz des ernsten Themas nicht mit Witz und Humor. Die mit Mundart durchsetzte Kunstsprache erzählt eine Geschichte, die – trotz der zeitlichen Ferne – aktuell und brisant ist.

Mit: Ernst Sigrist (Xaver Z'Gilgen), Barbara Sauser (Speranza), Tino Arnold (Landvogt), Heinz Bühlmann (Ratsherr), Sibylle Courvoisier (Frau Reichmuth), Daniel Plancherel (Landamman), Paul- Felix Binz (Magister Balzer), Albert Freuler (Kaplan), Walter Sigi Arnold (Chlöpfehansi), Hansrudolf Twerenbold (Lüönd), Markus Amrein (Sepp), Kurt Grünenfelder (Konrad), Franziskus Abgottspon (Pater), Hans Stefan Rüfenacht (Rössliwirt), Jost Nyffeler (Verhörrichter), Mario Hindermann (Padre)

Musik: Hans Hassler - Hörspielfassung und Regie: Fritz Zaugg - Produktion: SRF 1996 - Dauer: 47'

Redaktion: Margret Nonhoff