Geboren in der Steinzeit, gestorben in der Gegenwart

Geboren in der Steinzeit, gestorben in der Gegenwart

Der Schweizer Fernsehjournalist Heinz Kindlimann hatte 1965 das Glück, als erster Weisser mit den Yanomami-Indianern in den Urwäldern der Nebelberge an der Grenze von Brasilien zu Venezuela zu leben.

Die Ureinwohner, die damals zum ersten Mal eine Filmkamera sahen, nannten ihn 'Shori Siorï', Schwager aus dem Affenland, da ihm im Gegensatz zu ihnen Haare nicht nur auf dem Kopf wuchsen. Vierzig Jahre später begibt sich Heinz Kindlimann als Pensionierter auf die Suche nach den Nachfahren seiner einstigen Freunde in den Parque Nacional do Pico da Neblina, dem heute demarkierten Indianerland am Fuss des höchsten Berges Brasiliens. Und er findet sie, die Töchter und Söhne seiner ehemaligen Gastgeber. Doch ihre einst egalitäre Gemeinschaft von Gleichen unter Gleichen existiert nicht mehr. Die Kultur der Yanomami hat keine Chance gegen die Waffen des Industrie-Zeitalters. Auch die letzten noch isoliert lebenden Ureinwohner Amazoniens haben gelernt, was Eigentum bedeutet und wissen heute um die Gleichstellung von Macht und Besitz. Die Dokumentation erzählt von ihrer nur fünfzigjährigen Geschichte zwischen Steinzeit und Raketenzeitalter und berichtet von ihrem beschwerlichen Weg zwischen Isolation und Integration. Im dritten Anlauf erst trifft Heinz Kindlimann auf Yanomami-Gemeinschaften, die noch immer mit allen Mitteln darum kämpfen, ihr traditionelles Leben über die Gegenwart hinaus in die Zukunft zu retten.
Zweitausstrahlung am Samstag, 1. Dezember 2012 um 11.55 h auf SF1.