Bläserserenaden Zürich: Von Rio bis Buenos Aires

Der Bau ist an sich schon sehenswert. Das Zürcher Schulhaus Hirschengraben ist eine Fundgrube für Liebhaber des Historismus. Im Singsaal zuobert im Hause endet das Balkenwerk des Dachstuhls an der Basis in holzgeschnitzten Portrait-Köpfen aller Länder und Völker.

Symbol auf Orange
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Die Portraits sind zudem farbig bemalt – ein kolonialistisches Panoptikum für die Schüler vor 130 Jahren. Die hervorragende Akustik des Saals nutzen die Bläserserenaden Zürich für ihre Konzerte, und das Programm mit südamerikanischer Musik des 20. Jahrhunderts greift das Dekor des Saales humorvoll auf und verfremdet es gekonnt.

Heitor Villa Lobos: Bachianas brasileiras Nr. 6 für Flöte und Fagott
Alberto Ginastera: Duo für Flöte und Oboe op. 13
Francisco Mignone: Auswahl aus den «16 Valses» für Fagott solo
Carlos Guastavino: Introducción y Allegro für Flöte und Klavier
Mauricio Kagel: Schattenklänge. Drei Stücke für Bassklarinette solo
Heitor Villa-Lobos: Chôro Nr. 2 für Flöte und Klarinette
Zequinha de Abreu: Tico-Tico no Fubà
Astor Piazzolla: Aus «Histoire du Tango»

Andrea Kollé, Flöte
Samuel Castro Bastos, Oboe
Filipa Nunes, Klarinette und Bassklarinette
Rui Lopes, Fagott
Alexander Boeschoten, Klavier

Konzert vom 25. Juni 2018, Schulhaus Hirschengraben, Zürich

Redaktion: Roland Fleig