Das Berner Kammerorchester zwischen Orient und Okzident

Es gibt die Gegensätze und es gibt die Gemeinsamkeiten zwischen dem Orient und dem Okzident. Das Berner Kammerorchester macht sich musikalisch auf die Suche.

Die Geschichte Istanbuls, musikalisch reflektiert an der europäischen Tradition: Dies unternimmt der türkische Komponist (und Pianist) Fazil Say in seiner Kammersinfonie, die er letztes Jahr für das Orpheus Chamber Orchestra geschaffen hat und die in diesem Konzert vom Berner Kammerorchester gespielt wird. Say ist ein exemplarischer Grenzgänger zwischen abendländischer und orientalischer Kultur, er verbindet in diesem Stück Rhythmen türkischer Tanzmusik mit dem Instrumentalklang des Westens.

Auch der Schweizer Komponist Walter Furrer (1902-1978) hat sich abseits der exotischen Klischees mit dem Orient auseinandergesetzt; die poetischen Texte türkischer Autoren vertont er in einer eigenen, ausdruckstarken Musiksprache.
Und dass Gefühle wie Liebe und Trauer schliesslich in allen Kulturen verstanden werden, das zeigt auch Frank Martins «Cornet» - auch wenn dieser dramatische Liedzyklus textinhaltlich während des Türkenkriegs von 1663 angesiedelt ist.

Fazil Say: Kammersinfonie op. 62
Walter Furrer: Türkische Lieder für Mezzosopran und Kammerorchester
Frank Martin: Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke

Berner Kammerorchester
Philippe Bach, Leitung
Claude Eichenberger, Mezzosopran

Konzert vom 21. Mai 2017, Konservatorium Bern

Redaktion: Lea Hagmann