Die etwas andere Star-Violinistin

«Ich schreibe das, was ich selbst hören will»: Was nach Marketingspruch klingt, macht die Musik des österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud erfahrbar. Seine markante Handschrift ist geprägt von dichten, aber als gleichzeitig erfahrbaren Strukturen und einer Fülle von Klangvariationen.

Ein motivischer Kleinsteinfall stehe jeweils am Anfang seines Kompositionsprozesses, verriet Johannes Maria Staud im Interview mit SRF. Daran beginnt er zu schleifen wie an einem Diamanten; dreht ihn, um ihn von allen Seiten zu begutachten, beginnt ihn weiterzuentwickeln, fügt ihm neue Ebenen hinzu. Bis eine ausgewachsene Komposition vor ihm steht. Und falls er bei diesem musikalischen Formen mal nicht weiterkomme? Dann helfe ein Powernap, meint Staud lachend. Staud ist trotz seines noch jugendlichen Alters in der Komponistenszene bereits fest verwurzelt; er erhält von namhaften Orchestern wie den Berliner Philharmonikern Kompositionsaufträge, was ihm Öffentlichkeit garantiert.

Franz Schubert hingegen gelang zu seinen Lebzeiten der Durchbruch nicht mit seinen Sinfonien; er wurde von seinen Zeitgenossen vor allem als Liedkomponist gefeiert. Seine letzte Sinfonie, die heute als die «Grosse» bekannt ist, wurde erst 11 Jahre nach Schuberts Tod uraufgeführt.

Carl Maria von Weber: Ouvertüre zur Oper «Oberon»
Johannes Maria Staud: Violinkonzert (Uraufführung)
Franz Schubert: Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944 «Grosse»

Luzerner Sinfonieorchester
James Gaffigan, Leitung
Midori, Violine

Konzert vom 27. August 2014, KKL Luzern (Lucerne Festival Sommer)