Dirigent Kent Nagano in Zürich: Ravel, Pintscher, Ives

Nicht viele Dirigenten wagen sich an die dichte und vielschichtige Partitur von Charles Ives' 4. Sinfonie. Kent Nagano, endlich wieder einmal zu Gast in Zürich, kombiniert das sinfonische Riesenwerk mit den feinen Klangfarben von Ravels «Sheherazade».

Symbol auf Grün
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Hier kann die französische Star-Sopranistin Patricia Petibon ihre ganze Palette von Emotionen und vokalen Nuancen ausspielen; es entsteht eine Kammeroper im sinfonischen Format, wenn sie auf der Bühne steht.
In der 4. Sinfonie von Charles Ives hingegen, komponiert um 1916, jagen sich die Kontraste. Marschmusik, Hymnen und Naturschilderungen wechseln unmittelbar, dann singt eine Geige in Erinnerung an einen Hausmusik-Abend, oder die Klangebenen überlagern sich wie auf einem belebten Platz in der Stadt. «Hodgepodge» nannte ein Kritiker dieses Klang-Gewebe.
Der sinfonische «Mischmasch» der hoch inspirierten Art, enorm anspruchsvoll für das Orchester, sei zwar machbar, aber eigentlich für einen Dirigenten allein nicht effizient zu bewältigen, sagt Kent Nagano. Für die Leitung von Fernorchester, Chor und Schlagzeuggruppe im Off lässt er sich daher unterstützen.

Maurice Ravel: Shéhérazade. Trois poèmes sur des vers de Tristan Klingsor für Gesang und Orchester
Charles Ives: Sinfonie Nr. 4
Matthias Pintscher: Fünf Orchesterstücke

Tonhalle-Orchester Zürich
Kent Nagano, Leitung
Yi-Chen Lin, 2. Dirigentin
Georg Köhler, 3. Dirigent
Patricia Petibon, Sopran
Florian Hoelscher, Klavier
Zürcher Sing-Akademie

Konzert vom 13. Juni 2019, Tonhalle Maag, Zürich

Dieses Konzert steht bis 7 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.

Redaktion: Patricia Moreno