Eine Winterreise wie anno 1862

Ist Franz Schuberts «Winterreise» unantastbar? Natürlich nicht! Finden der Tenor Julian Prégardien und der Pianist Michael Gees. Und inszenieren einen Liederzyklus à la 19. Jahrhundert.

Das Modell liefern die Pianistin Clara Schumann und der Sänger Julius Stockhausen, die im 19. Jahrhundert nicht nur den Liederabend an sich «erfunden» haben, sondern die auch einen anderen Zugang dazu hatten als wir heute. So spielte Frau Schumann während der «Dichterliebe» ihres Ehemannes auch verschiedene Klavierstücke aus der «Kreisleriana», und Franz Schuberts «Schöne Müllerin» wurde von ihr mit Stücken von Chopin ergänzt.

Julian Prégardien und Michael Gees nehmen in ihrem Konzert in Muri diesen freien Umgang mit dem Werk auf und umspielen Schuberts «Winterreise» mit Improvisationen sowie Stücken von Scarlatti, Bach und anderen. Und stellen so einen etwas anderen, sinnvertiefenden Kontext zum bekannten Werk her.

Franz Schubert: Die Winterreise D 911
Ergänzt mit Zwischenspielen von Domenico Scarlatti, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn und Improvisationen

Julian Prégardien, Tenor
Michael Gees, Klavier

Konzert vom 28. November, Festsaal des Klosters Muri AG

Redaktion: Marianne Lehner