Schostakowitschs inneres Drama auf der Opernbühne

Seine 5. Sinfonie hat Schostakowitsch 1937 komponiert, kurz nachdem er von offizieller sowjetischer Seite scharf gemassregelt worden war.

Symbol auf Rot
Bildlegende: SRF / Sébastien Thibault

Auf die Kritik der stalinistischen Apparatschicks antwortete er mit Klarheit und schlichter Oberfläche - unter der jedoch immer die Grundstimmung der Zeit zu spüren ist: namenlose Angst.

Die Philharmonia Zürich hatte zu diesem hoch expressiven, brillant verschleierten Bekenntnis von Schostakowitsch den jungen Chefdirigenten der Lyoner Oper eingeladen. Daniele Rustioni entledigte sich seiner Aufgabe mit der selben Souveränität, mit der er zuvor den Tessiner Pianisten Francesco Piemontesi und das Orchester durch die Klippen und Strudel der Strauss'schen Burleske geführt hatte. Da war - wie auch im zart intonierten Mozart-Rondo, im Zürcher Opernhaus orchestrale Kammermusik zu erleben.

Wolfgang Amadé Mozart: Rondo für Klavier und Orchester A-Dur KV 386
Richard Strauss: Burleske für Klavier und Orchester d-Moll
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Philharmonia Zürich
Daniele Rustioni, Leitung
Francesco Piemontesi, Klavier

Konzert vom 28. Oktober 2019, Opernhaus Zürich

Redaktion: Patricia Moreno